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95 Jahre Walt Disney

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Im Jahr 1923 erblickte die Walt Disney Company das Leben der Welt und ist seitdem nicht mehr wegzudenken.

22 Jahre zuvor, am Sonntag, dem 5. Dezember 1901, wird ihr Gründer, Walter Elias Disney, geboren. Nicht in Hollywood, sondern in Chicago. Walt, wie er genannt wird, ist das vierte von fünf Kindern einer Familie kleiner Bauunternehmer. Weil die Geschäfte eher schleppend laufen, verlassen die Eltern 1905 Chicago und kaufen eine Farm in Marceline, Missouri. Hier verbringt Walt nach eigenen Angaben idyllische Jahre, bevor die Familie 1910 nach Kansas City zieht.
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1922 begann Walt Disney eigene Film-Cartoons zu zeichnen. In der Garage seines Bruders in Kansas City arbeitete er an einem eigenen Trickfilm. Es gelang ihm sogar junge Zeichner zu überreden, ihm bei der Arbeit zu helfen - ohne Bezahlung, nur mit der Aussicht auf bessere Aufträge in der Zukunft. Doch auch dieses Geschäft ging pleite.

1923 fasste der damals 22-Jährige den Entschluss, nach Hollywood zu gehen und dort sein Glück zu suchen. Gemeinsam mit seinem Bruder Roy gründet er am 16. Oktober 1923 die Walt Disney Company.
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Bis zur Geburt der bis heute berühmtesten Figur des Walt Disney Konzerns, Mickey Mouse, sollte es nur wenige Jahre dauern. Um die Umstände seiner Entstehung ranken sich viele Legenden, an denen Walt Disney selbst kräftig mitgestrickt hat. 

Tatsache ist, dass Walt 1927 zunächst eine Figur schuf, die er "Oswald the Lucky Rabbit" nannte. Allerdings hatte er vergessen, sich die Rechte auf Oswald zu sichern. Prompt wurde Walt von seinen Geschäftspartnern hintergangen. Eine neue Figur musste her. 

Während einer Zugfahrt soll ihm dann die Idee mit der Maus gekommen sein. Er präsentierte seine Idee dem legendären Zeichner Ub Iwerks. Der skizzierte die Figur auf ein Blatt Papier, malte ihr große, runde Ohren und schwupp, war die Maus fertig. Also haben wir es eigentlich ihm zu verdanken, dass Mickey das Licht der Welt erblickte.

Walt wollte ihr zunächst den Namen Mortimer geben, entschied sich dann aber für "Mickey", weil das besser klingt.
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Ub Iwerks hatte den Ruf, der schnellste Trickfilmzeichner überhaupt zu sein. Den ersten (produzierten) Mickey Mouse-Trickfilm, Plane Crazy, soll er in nur zwei Wochen alleine gezeichnet haben, was ungefähr 700 Zeichnungen am Tag bedeuten würde. Als im Januar 1930 ein Mickey-Mouse-Comicstrip gestartet wurde, erstellte Iwerks für drei Wochen auch die Bleistiftzeichnungen dafür.

Iwerks Vater stammte übrigens aus Ostfriesland. Eert Ubbe Iwwerks aus Uttum war 1869 in die USA ausgewandert.
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Walt Disney gelang es allerdings anfangs nicht, einen Verleih für seine neue Figur zu finden. Denn Mickey war zunächst stumm - in einer Zeit wachsender Tonfim-Erfolge. Walt musste sich also etwas einfallen lassen.

Folglich synchronisierte er den Zeichentrickfilm "Steamboat Willie" mit Musik. Das Publikum war begeistert. Dieser erste große Erfolg von Mickey im Jahr 1928 zündete wie eine Rakete.
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In dem 1929 erschienen Streifen "The Karnival Kid" beginnt Mickey Mouse das erste Mal zu sprechen. Doch Walt Disney gefällt die Stimme des Sprechers nicht. Fortan wird Mickey Mouse von Walt Disney selbst gesprochen - bis 1947.
Die Originalstimme von Walt Disney
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Da es Disney wegen des Verlustes der europäischen Märkte im Krieg nicht gut ging, war er auf Aufträge durch die Armee angewiesen und musste sich mit Lehrfilmen über Wasser halten.

Ob er, wie Meryl Streep öffentlich bei einer Gala in New York behauptete, ein bigotter Rassist war, der antisemitische Seilschaften unterstützte, ist nicht belegt. Fakt ist, dass Disney ab 1943 nazifeindliche Zeichentrickfilme drehen ließ, darunter „Fuehrer’s Face“, in dem Donald Duck als Zwangsarbeiter in eine Rüstungsfabrik nach Deutschland geschickt wird. In „Education for Death“, zeigte Disney, wie Kindern Nazi-Ideologie eingetrichtert wird und sie zu Kanonenfutter herangezogen werden.

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In seiner Freizeit geht Walt Disney öfter mit seinen Töchtern in den Zoo, besucht Zirkusvorführungen und andere Veranstaltungen. Dabei entsteht die Idee, für Familien einen speziellen Themenpark zu entwickeln. Nach Jahren der Planung öffnet schließlich am 17. Juli 1955 der erste Disneyland-Park in Anaheim bei Los Angeles.

Zu den ersten Attraktionen zählen Jungle Cruise und das Mark Twain Riverboat. Der Themenpark wird untergliedert in fünf „Länder“: Main Street USA, Adventureland, Frontierland, Fantasyland und Tomorrowland. Der Zentralteil, Main Street, USA, stellt das Zentrum eines amerikanischen Provinzstädtchens um 1910 dar. Der Erfolg ist grandios: binnen eines Monats strömen 500.000 Besucher in den Park.  

Das Geld für das 17 Millionen Dollar teure Projekt kommt von den Einnahmen aus einer seit den frühen 1950er Jahren ausgestrahlten  Vorabend-Fernsehserie mit dem bezeichnenden Namen Disneyland.
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Anfang der 60er gehört Disney zu den erfolgreichsten Filmproduzenten der Vereinigten Staaten, ja der ganzen Welt. Einer der erfolgreichsten Produktionen seiner Zeit war 1964 die Komödie von dem Kindermädchen Mary Poppins.

Allerdings markieren die 60er Jahre auch das Ende einer Ära. Am 15. Dezember 1966 stirbt Walt Disney im Alter von 65 Jahren an Lungenkrebs.

Sein Bruder Roy führt die Geschäfte weiter und feiert mit den Zeichentrickfilmen "Das Dschungelbuch" und "Aristocats" weiterhin große Erfolge.
  
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In den 80er und 90er Jahren wächst Disney dank der Welterfolge seiner zahlreichen Filmproduktionen wie "Good Morning Vietnam", "Drei Männer und ein Baby", oder "Honey I shrunk the Kids" und später "Pretty Woman".

In dieser Zeit steigt Disney auch in das Fernsehgeschäft ein mit der Übernahme der in Los Angeles sitzenden Station KHJ, später in KCAL umbenannt. 1996 folgt die Übernahme des Fernsehsenders ABC für damals unbeschreibliche 19 Milliarden Dollar.

In Europa wird 1992 der erste Disneyland-Park bei Paris eröffnet. Später folgt die Eröffnung von mehreren Hundert Disney Stores. Auch am Broadway feiert das Unternehmen Erfolge.
 
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Heute ist die Walt Disney Company der drittgrößte Medien- und Unterhaltungskonzern der Welt. Zur Unternehmensgruppe gehören unter anderem die Walt Disney Filmstudios und deren Tochterunternehmen Touchstone, das auch für den internationalen Fernsehmarkt produziert, der Comic- und Filmverlag Marvel Entertainment und mit ABC  einen der drei größten Fernsehsender der USA, zahlreiche Spartenkanäle wie Disney Channel, Disney XD und Disney Junior, der amerikanische Sportkanal ESPN sowie darüber hinaus die Disneyland-Themenparks.

Der Jahresumsatz beläuft sich zuletzt auf 55 Milliarden Dollar. An der Börse wird das Unternehmen mit 173 Milliarden Dollar bewertet.
 
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