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Amazon gegen Alle

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Amazon gegen Alle

Wer das Internet kennt, der kennt Amazon. Nach Zahlen des Datenportals Statista kaufen fast 52 Millionen Deutsche online ein. Amazon hat in Deutschland 44 Millionen regelmäßige Kunden. Aber Amazon hat noch viel mehr zu bieten als eine Verkaufsplattform. Mit Cloud- und Streamingdiensten, echten Supermärkten und einer schier endlosen Liste an Dienstleistungen mischt der Konzern von Gründer Jeff Bezos in beeindruckend vielen Märkten mit. Wo Amazon auftaucht, verändern sich die Machtverhältnisse, in der Regel in Richtung Amazon. Jeff Bezos ist durch Amazon einer der reichsten Menschen der Welt geworden.

Eine Reise durch das Firmenimperium Amazon.


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Einzelhandel

Wohl am bekanntesten ist Amazon für seinen Internethandel. Angefangen hat der Konzern Ende der neunziger Jahre mit dem Buchhandel. Heute können Gebrauchs- und Konsumgüter aller Art eingekauft werden - sehr zum Leidwesen des Einzelhandels.
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Einer der erbittertsten Gegner von Amazon im Einzelhandel ist der Supermarktriese Walmart. Walmart macht fast vier mal so viel Umsatz wie Amazon, hat aber in vielen Bereichen das gleiche Angebot. Während man zu Walmart aber noch hingehen muss, reicht bei Amazon ein Klick. Ein paar Tage später wird dann an die Haustür geliefert.

Deshalb wurde im Kampf zwischen Walmart und Amazon oft schon vom Kampf "Alt" gegen "Modern" gesprochen. Walmart als Vertreter des alten, konservativen Modells, mit riesigen Supermärkten aus Stahl und Beton. Amazon als die junge, innovative Internetfirma mit dem Geschäftsmodell der Zukunft.

Auch wenn Amazon deutlich weniger Umsatz macht als Walmart - Jeff Bezos Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von rund 467 Mrd. $ - Walmart ist nur 240 Mrd. $ schwer. (Stand 20.09.2017)
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Ein Bereich, den Walmart und andere Supermarktketten Amazon immer noch voraus haben, sind die Lebens- und Nahrungsmittel. Doch geht es nach Jeff Bezos, wird auch das sich schon sehr bald ändern. Jüngst erst hat Amazon die Biosupermarktkette Whole Foods übernommen. Die soll fortan mit einem von Amazons jüngsten Angeboten zusammenarbeiten: mit dem Lebensmittellieferdienst Amazon Fresh.

Bestellt wird bei Amazon Fresh online. Geliefert werden soll spätestens am nächsten Tag, so das Werbeversprechen. Wenn Amazon Fresh funktioniert, muss sogar für den Lebensmitteleinkauf die Couch nicht mehr verlassen werden.

Eine ganze Reihe von Supermarktketten hat schon Lieferdienste gestartet. Der Vorteil von Amazon wird sein, dass sie ihr bestehendes Warenangebot einfach um die angebotenen Lebensmittel erweitern können. Kunden kaufen dann nicht nur Bücher, Kleidung und Elektronikartikel, sondern erledigen auch gleich ihren Wocheneinkauf, ohne die Couch verlassen oder die Webseite wechseln zu müssen. Mit dem Angebot Amazon Now ist die Bestellung unter Umständen sogar schon nach zwei Stunden da. Dazu später mehr.

In Berlin und Potsdam läuft bereits der Testbetrieb für Amazon Fresh. Wann der Service in anderen deutschen Städten angeboten wird ist sicher nur eine Frage der Zeit.
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Im Oktober 2017 gab die Nachrichtenagentur Bloomberg bekannt, dass Amazon auch in die Produktion von Sportbekleidung einsteigen will. Die Nachricht hatte unmittelbaren Einfluss auf die Aktienkurse der Konkurrenten Under Amour, Lululemon und Nike. Auch Adidas dürfte als einer der führenden Hersteller von Sportbekleidung ganz genau hingeschaut haben. Produziert werden sollen die Kleidungsstücke von Auftragsherstellern in Taiwan.
Zudem hat sich Amazon eine neue Produktmanagerin ins Haus geholt, die sich in dieser Branche bestens auskennt. Kirsten K. Harris hat unter anderem schon bei Nike gearbeitet.
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Im Fall Walmart zeigt sich aber auch, wie sehr die neue Konkurrenz das Geschäft belebt. Die attackierten Unternehmen erfinden sich oft neu und/oder erweitern ihr Firmenmodell. So hat Walmart bereits 2006 den deutschen Ableger Real an die Metro AG verkauft und zwischenzeitlich den Onlinediscounter jet.com übernommen. Vor kurzem wurde bekannt, dass Walmart eine Partnerschaft mit Google eingegangen ist. Über Google's Sprachassistenten sollen zukünftig hunderttausende Walmartprodukte bestellbar sein.
Aber auch die angesprochene Metro AG, bekannt für Media Markt und Saturn, hat aufgerüstet - und das musste sie auch. Amazon macht einen Großteil seines Umsatzes mit dem Verkauf von Elektroartikeln. Vor einigen Jahren hat Media Markt schließlich den Onlineversandhändler Redcoon gekauft. Und auch Rocket Internet hat auf Amazon reagiert. Ein Beispiel ist das Kleidungsportal Zalando, dem die Amazon-Seite Zappos Modell gestanden hat.

Amazon zwingt seine Kontrahenten also ins Internet. Mit einem Unterschied. Amazon scheint deutlich internationaler zu denken, während viele der bestehenden Unternehmen vor allem versuchen Marktanteile auf ihren Heimatmärkten zu sichern.

Mit Souq.com hat Amazon zum Beispiel eine der größten Shoppingseiten im mittleren Osten eingekauft.
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In einen Supermarkt gehen, sich nehmen, was man möchte und einfach wieder gehen. So in etwa ist der Plan für Amazon Go, dem Supermarkt ohne Kassen oder Personal. Beim Betreten des Marktes muss man nur sein Smartphone an ein Lesegerät halten und wird dann als Kunde registriert. Mit einer Technologie, die Amazon bisher nicht näher erläutert hat, scannt ein System genauestens was aus dem Regal in den Einkaufskorb oder -wagen gelegt wird und überträgt die Ware an den Amazonaccount des Kunden. Beim Verlassen des Ladens wird automatisch bezahlt. Abgerechnet wird über die bei Amazon hinterlegte Zahlungsmethode.

Was technisch interessant klingt ist nicht nur ein neuartiges Konzept für zukünftige Supermärkte. Es macht auch den Menschen zum größten Teil überflüssig. Konkurrenten sind hier also nicht nur die Einzelhändler, sondern auch die Menschen als Arbeitnehmer.
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Als wäre das noch nicht alles, bietet Amazon seit einiger Zeit die sogenannten Dash Buttons an. Auf den WLan-fähigen Geräten prangt das Logo eines einzigen Herstellers. Programmiert sind sie auf ein einziges Produkt. Drückt man den einzigen Knopf, wird automatisch das gewünschte Produkt bestellt. Hierbei geht es vor allem um Haushaltsartikel wie Wasch- und Reinigungsmittel. Aber auch für Bier gibt es schon Dash Buttons. Aufladbar sind die Geräte nicht. die Batterie soll aber mehrere Jahre lang halten.

Wer einen Dash Button haben möchte kann bei Amazon einen bestellen. Der Kaufpreis für den Button wird bei der ersten Bestellung des gewünschten Produkts wieder erstattet.

Verbraucherschützer aber warnen. Die Dash Buttons haben keine eingebaute Zahlungsbestätigung und zeigen keinen Preis an. Ein Stück weit kaufe der Kunde also die Katze im Sack.
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Große Konzerne haben meist noch die Mittel sich gegen einen großen Player wie Amazon zur Wehr zu setzen... Meist. Beispiele aus jüngster Zeit zeigen, wie sehr Amazon die Märkte unter Druck setzt, auf denen sie auftauchen. Die Aktienkurse von Traditionsunternehmen wie Macy's, Sears oder JC Penny verlieren seit Monaten kontinuierlich an Wert. Die berühmte Spielwarenkette Toys 'R' Us ist inzwischen Pleite. Fast 70 Jahre lang war der Konzern ein Aushängeschild im Spielwarenhandel. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg gab es in den USA alleine zwischen Januar und September 2017 mehr als ein Dutzend Insolvenzen von Unternehmen der physikalischen Einzelhandelsbranche. Wer den Sprung ins Internet nicht schafft oder verschläft, geht vor Amazon in die Knie, so scheint es.

Für kleinere Unternehmer sieht es dagegen oft noch schlechter aus. Vor allem der selbstständige Einzelhandel in Dörfern und Städten hat mir der Allgegenwart von Amazon zu kämpfen. Denn Amazon liefert nicht nur nach Hause, sondern kann mit seinem massenhaften Absatz teils auch einfach die Preise unterbieten.

Am härtesten trifft es wohl die Buchhändler. Mit dem Kindle hat Amazon den E-Reader populär gemacht und tritt selbst gleichzeitig als Verlag und als Verkäufer auf. Zwar schwören noch immer viele Menschen auf das gedruckte Buch aus Papier, aber die E-Book-Verkäufe steigen stetig. Für ein E-Book muss nur leider niemand mehr in den Buchladen gehen.
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Gerade Luxusmarken tun sich mit dem Onlineverkauf bei Amazon schwer. Für die Hersteller von Marken wie Chanel, Dior, Louis Vuitton oder Prada ist nicht nur der Absatz wichtig, sondern auch die Präsentation der Produkte, sowie deren Exklusivität. Deshalb ist für diese Hersteller der Einzelhandel in den Einkaufsstraßen noch immer sehr wichtig. Auf Anfrage des Computermagazins CHIP sagte ein Handelsexperte zudem, dass die Hersteller der Luxusprodukte dem Rabattmodell von Amazon kritisch gegenüberstünden. Amazon würde deshalb nicht als Partner akzeptiert.
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Bücher

Das Kerngeschäft von Amazon war in den Anfängen der Onlinebuchhandel. Was in den 90ern noch eine Randerscheinung war, hat sich als wahres Erfolgsmodell herausgestellt. Heute dominiert Amazon den Buchmarkt. In Deutschland hat der Konzern, laut Angaben des Branchenmagazins buchreport, mit dem Verkauf von Büchern 2015 einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro gemacht. Das entspricht rund 80% Marktanteil. Grund dafür ist nicht nur das entspannte Bestellen von zuhause aus, sondern auch ein Trend, den Amazon maßgeblich mitgestaltet hat - Der E-Reader.
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Amazon verkauft nicht nur Bücher, die andere verlegen, sondern verlegt auch selbst. Die Modelle wie Amazon das macht sind sehr unterschiedlich. Eine Möglichkeit ist, auf alle Verlagsdienstleistungen zu verzichten und sich als Autor um Werbung und Lektorat selbst zu kümmern. Auf diesem Weg hat der Autor prozentual mehr Anteile an den Verkaufserlösen, als wenn zusätzlich zum Händler auch noch der Verlag seinen Anteil einbehält. Vieles deutet darauf hin, dass Amazon mit diesem Preismodell die Verlage aus der Gleichung herausdrängen möchte. Weil Amazon nach Angaben mehrere Autoren aber sehr starken Einfluss nimmt, sehen viele die Vielfalt der Literatur in Gefahr.
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Oft kritisiert wird, dass Amazon Bücher nur noch wie vermeintlich homogene Produkte behandelt. Ein aktuelles Beispiel sind die gratis Buchangebote für Amazon Prime Kunden. 100 kostenfreie Bücher verspricht Amazon seinen Kunden. Den Autoren, deren Bücher mit auf die Liste kommen, wird eine Pauschale angeboten. Auf die Liste kommt aber nur, wer sein Buch exklusiv bei Amazon anbietet. Autoren, die auch bei anderen Verlagen veröffentlichen, gehen leer aus - und müssen auch noch einen riesigen Reichweitenverlust befürchten. Im Gespräch sagte uns eine Autorin, die nicht exklusiv bei Amazon veröffentlich, sie befürchte ihre Bücher würden auf der Seite fast gar nicht mehr gekauft, da vor allem die Kindle Nutzer nur noch auf die kostenlosen Angebote zurückgreifen könnten.

Auch dieses Vorgehen spricht für Pläne bei Amazon die klassischen Verlage aus dem Markt zu drängen.
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Logistik

Das Volumen der bestellten Waren im Internet nimmt stetig zu. Im Jahr 2017 kaufen rund 50 Millionen Deutsche im Internet ein. Amazon hat als Marktführer einen großen Anteil daran. Dass so viele Pakete verschickt werden müssen, freut die Paketdienste. Inzwischen seien die aber vielerorts an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Deshalb ist Amazon selbst eingesprungen. Den Transport zwischen den Amazon-Versandzentren wickelt der Konzern zum Teil mit eigenen Fahrzeugen ab.

In manchen Städten bringen aber auch Transporter mit Amazonbeschriftung Waren direkt bist an die Haustüren. Das seien aber in der Regel Dienstleister, so Amazon.

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Amazon baut seine Logistik in Deutschland sukzessiv aus. Bis auf wenige Ausnahmen werden die Lieferungen zur Haustür aber immer noch von den alteingesessenen Postunternehmen abgewickelt. Der Anspruch von Amazon,  seine Waren immer schneller ans Ziel zu bringen, bringt die Paketdienste aber vielerorts an ihre Grenzen. Hier wird Amazon aktiv, mit eigens beauftragten Transportunternehmen und den sogenannten Amazon Lockers. Lockers sind Packstationen, speziell für Amazonlieferungen. Und die stehen, ironischerweise, in Deutschland oft auf den Parkplätzen von Supermarktketten.

Doch Packstationen sind nur das eine. Inzwischen bietet Amazon auch in Berlin und München den Service Prime Now an. Je nach Verfügbarkeit werden bestellte Waren innerhalb ein bis zwei Stunden nach Bestellung ausgeliefert.
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Das klassische Transportauto wird auch bei Amazon noch für viele Jahre das Rückrat der Lieferkette bilden. Was aber nicht bedeutet, dass Jeff Bezos Unternehmen keine anderen Möglichkeiten auslotet. Neben selbstfahrenden Lieferwägen, mit denen fast alle experimentieren, dachte Amazon als eines der ersten Unternehmen über die Anlieferung von Paketen per Drohne nach. Die Idee: Vom Logistikzentrum bringen unbemannte Flugdrohnen automatisch die Pakete direkt vor die Haustür der Käufer. Im Vergleich zu einem Lieferwagen und dem dazugehörigen Personal könnten solche Drohnen deutlich günstiger sein. Außerdem stehen sie nicht im Stau und können direkt per Luftlinie zum Zielort fliegen, was sie unterm Strich auch deutlich schneller macht.
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Die Drohnen sind die eine Sache, die vor allem Konkurrenz für die Paketdienste bedeuten. Doch sie sind für einzelne oder wenige Lieferungen direkt zum Endkunden gedacht.

Für den großen weltweiten Warentransport hat Amazon 2016 eine eigene Fluggesellschaft gegründet, Prime Air. Aktuell fliegen 25 Frachtflugzeuge mit dem Amazon Logo auf dem Heck in den USA. Die Maschinen vom Typ Boeing 767 wären aber auch in der Lage den Atlantik bis nach Europa zu überfliegen. Das würde direkte Konkurrenz für etablierte Frachtfluggesellschaften bedeuten. Beispiele sind FedEx, UPS, die deutsche DHL und, nicht zu vergessen, die Lufthansa.
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Onlinedienste

Amazon betreibt eine ganze Reihe von Plattformen, über die sich vorrangig User untereinander Waren oder Dienstleistungen anbieten können. Mit den Angeboten Amazon Marketplace und Amazon Warehouse Deals hat der Internetgigant sein Angebot erweitert. Jeder Einzelhändler kann sich selbst Anmelden und seine Produkte und Dienstleistungen über die Seite von Amazon verkaufen. Amazon kassiert dafür Prozente. Aber nicht nur Händler, sondern jeder kann sich anmelden und seinen eigenen Kram verkaufen. Das kommt bekannt vor? Stimmt! Das Maß aller Dinge in diesem Bereich war lange Zeit die Auktionsplattform Ebay.
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Amazon war schon am Tag, als das erste Buch verkauft wurde, ein Internetkonzern, abhängig von Technik, Software und dem Internet selbst. Warum also nicht gleich das Internet mitgestalten?

2006, also 12 Jahre nach der Gründung Amazons, ging Amazon Web Services, kurz AWS an den Start. Für Amazon war es schlicht nötig geworden ein internationales Netzwerk von Rechenzentren aufzubauen. Das dafür benötigte Material und Know-How sollte aber auch anderen Firmen zur Verfügung gestellt werden, somit ausgelastet und effizienter gestaltet werden. Heute bietet AWS vorrangig Cloud-Lösungen an. Bekannte Kunden sind Dropbox, Netflix oder Reddit.

Auf dem Markt der Cloud-Dienstleistungen trifft Amazon unter anderem auf Konkurrenten wie Microsoft und Google. Die Telekom plant zwar eigene Clouddienste die sogar AWS schlagen können sollen, bislang sind die nach Aussagen eines Mitarbeiters aber noch nicht wirklich in Fahrt gekommen.

Laut dem Forbes-Magazine ist AWS weltweit die Nummer zwei der mächtigsten Cloudanbieter, direkt hinter Microsoft. Die Telekom taucht im Top 10 Ranking gar nicht auf. Allerdings ist diese Rangliste relativ umstritten. Sicher scheint nur: AWS mischt ganz oben mit.
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Mit Amazon Video und Amazon Music hat Amazon gleich zwei Angebote im hart umkämpften Streamingmarkt. Filme, Serien und Musik werden von einer Plattform aus angeboten. Für Mitglieder des Premiumangebots Prime sind viele der Inhalte kostenfrei. Möglich ist aber auch ein Abo direkt bei Amazon Video, oder direkt bei Amazon Music

Im Videobereich kriegt es Amazon hier vor allem mit Branchenprimus Netflix und mit Apple zu tun. In Deutschland mischen noch Maxdome, Sky und der recht junge Anbieter Pentaflix mit. Inzwischen produziert Amazon auch schon eigene Filme und Serien. Eigens dafür wurde die Produktionsfirma Amazon Studios gegründet.

Im Musikbereich ist Spotify die Nummer 1. Apple und Deezer holen mächtig auf. Amazon ist wegen einer verhältnismäßig kleinen Musikauswahl noch recht weit hintendran.
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Wie schon anfangs erwähnt ist Amazon seit den ersten Tagen ein Technologiekonzern. Diesen Titel bestätigt das Unternehmen immer wieder. Neben der Amazon-Kreditkarte gibt es inzwischen auch einen Bezahldienst mit dem Namen Amazon Pay. Während die Kreditkarten in Deutschland von der Berliner Landesbank ausgegeben werden, ist Amazon Pay, ähnlich wie Pay Pal, ein Onlinebezahldienst, den Amazon selbst betreibt. Und damit soll man, eben ähnlich wie bei Pay Pal, irgendwann mal überall bezahlen können.

Noch hat sich Amazon Pay nicht im großen Stile durchsetzen können. Für Bezahldienstleister ist der Konzern aber alle Mal ein ernstzunehmender Gegner.
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Amazon betreibt mit Twitch Interactive ein Onlinevideoportal, hat mit Alexa Internet ein Webanalysetool im Angebot und mit A9 sogar einen eigenen Suchalgorhitmus entwickelt. Alles Produkte, die vor allem den Onlineriesen Google interessieren dürften.

Twitch ist auf das Livestreaming von Computerspielen spezialisiert und zumindest gemessen am erzeugten Datenverkehr inzwischen eine Größe. Während der Spitzenzeiten macht Twitch rund 2% des Datenverkehrs in den USA aus und liegt damit auf Platz 4 hinter Netflix, Google und Apple. Googles Videoportal Youtube ist, gemessen an den Nutzerzahlen, allerdings noch nicht in Reichweite. In der Nische Computerspiel-Live-Streaming hingegen schon.

Das Analysetool Alexa Internet ist ein Werkzeug um Seitenaufrufe zu sammeln und zu analysieren. Zwar ist Alexa Internet im Vergleich zu Google Analytics noch deutlich unterrepräsentiert, da Amazon mit den Amazon Webservices aber einen der größten Cloudanbieter der Welt betreibt, könnte Alexa vor allem in Zukunft noch mehr Bedeutung gewinnen.

Der A9 Suchalgorithmus hingegen spielt im Wettbewerb der Suchmaschinen wohl eher keine Rolle mehr. Genutzt wird er hauptsächlich zur Durchsuchung der Seiten von Amazon selbst und läuft auch auf den Seiten vieler Amazon-Kunden.
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Eigenproduktion

Dass ein Konzern, der eine solche Menge an Produkten verkauft, auch selbst produziert, scheint fast selbsterklärend. Manche Produkte sind bekannt, andere verstecken sich hinter nichtssagenden Markennamen. 
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Eines der bekanntesten Geräte aus dem Hause Amazon ist der E-Reader Kindle. Seit der Vorstellung des ersten Geräts 2007 gibt es Diskussionen unter Buch-Liebhabern. Manche bevorzugen und wollen lieber das echte gedruckte Buch. Zumindest gemessen an den Amazonzahlen sind diese Liebhaber aber in der Unterzahl. Schon drei Jahre nach der Vorstellung verkaufte Amazon mehr E-Books als gedruckte Bücher.

Amazon wurde 1994 als Onlinebuchhandel gegründet. Was in den 90er Jahren noch Randerscheinung war, ist für den Buchhandel heute nicht mehr wegzudenken. Laut dem Branchenmagazin buchreport hat Amazon 2015 alleine in Deutschland 2,2 Milliarden Euro nur mit Büchern umgesetzt. Das entsprach damals einem Marktanteil von rund 80%. Der Kindle hat nicht nur das elektronische Buch Salonfähig gemacht, sondern auch einen großen Teil zu Amazons Absatzzahlen im Buchhandel beigetragen.
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Unter der Marke Fire hat Amazon eine ganze Reihe eigener Smartgeräte auf den Markt gebracht. Nicht alle sind oder waren erfolgreich.

Der Fire TV Stick ist in erster Linie ein Gerät, das aus einem "normalen" Fernseher einen internetfähigen Smart-TV macht. Man kann sich das Gerät in etwa wie einen Receiver vorstellen. Anstatt ein Satellitensignal zu decodieren erlaubt der Stick unter anderem per WLan auf dem Fernseher Filme und Musik zu streamen

Mit dem Fire Phone hat sich Amazon längst auch auf den Telefonmarkt gewagt - eine Branche die vor allem von Apple und Samsung dominiert wird. Das war für Amazon eine Nummer zu groß. Das Telefon wurde nur ein knappes Jahr zum Verkauf angeboten. Es ist eine der wenigen offensichtlichen Niederlagen von Amazon. Seit 2015 wird es nicht mehr verkauft.

Mit dem Fire Tablet hat Amazon auch schon einen eigenen Tabletcomputer im Angebot. Hervor ging die Tabletreihe mit aktuell drei Geräten aus der Entwicklung des E-Readers Kindle. Das erste Tablet war der 2011 vorgestellte Kindle Fire, ein E-Reader mit einer ganzen Reihe Zusatzfunktionen. Die Amazongeräte sind deutlich günstiger als zum Beispiel das iPad von Apple. Tester bemängeln aber bis heute schlechtere Displays, schlechtere Kameras und eine zu enge Bindung an Amazons App Store, der eine zu schlechte App-Auswahl biete.

Alle Fire Geräte werden mit dem Betriebssystem Fire OS betrieben. Fire OS basiert auf Googles Android.
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Während Amazon mit den Fire Geräten vor allem reagiert hat, setzte der Konzern mit seinem smarten Lautsprecher Echo und dem Sprachassistenten Alexa einen echten Trend. Per Sprache kann über das Gerät bei Amazon eingekauft und eine ganze Reihe von Onlinediensten angesteuert werden. Zum Beispiel kann Musik gestreamt, das Wetter angesagt, oder einfach Erinnerungen eingestellt werden - alles per Sprache. 

Doch das ist noch nicht alles. Alexa eignet sich auch zur sogenannten Smart-Home-Steuerung. D.h. mit der entsprechenden Peripherie können per Sprache Heizung, Lampen und Haushaltsgeräte gesteuert werden.

Apple war mit Siri der Vorreiter in der Sprachsteuerung. Erstmals eingeführt wurde der Sprachassistent auf dem iPhone 5. Auch Apple hat inzwischen einen smarten Lautsprecher mit Siri auf den Markt gebracht, Microsoft hat mit Cortana nachgezogen und Google hat auch einen Vorstoß gewagt. Diesmal aber hat Amazon die Nase vorn.
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Mit Amazon Robotics ist schon 2003 ein Subunternehmen entstanden, dass sich auf die Entwicklung von Industrierobotern spezialisiert hat.

Auch im Bereich der Computerchip und Prozessoren ist Amazon aktiv. 2015 wurde die israelische Firma Annapurna Labs übernommen.


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Credits

Autor:
Marc Brockmöller

Bildredaktion:
Martin Brandt

Musik:
Gerald Ohl
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  • Autor:
    Marc Brockmöller

    Redaktion:
    Detlev Landmesser

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