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Los geht's

Klar zum Entern! - So funktioniert die Welt der Fintechs

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Ein Gespenst geht um in der Finanzbranche: Sogenannte Fintechs erobern den Markt. Sie wollen das Bankgeschäft vereinfachen, sind innovativ, digital und vor allem eines: Voll am Kunden orientiert. Sie holen auf, was die großen Banken jahrelang verschlafen haben - und machen den traditonellen Häusern Konkurrenz.

Doch von vorn: Was ist das überhaupt, ein Fintech? Was können die Newcomer schon alles? Und was nicht?

Ein Überblick in Bild, Text und Ton von Sebastian Schreiber. (Stand: Mai 2016) 

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... gibt es in der Welt der Fintechs nicht mehr. Denn diese Welt ist digital. Und sie wächst rasant: Mehr als 400 Fintechs gibt es laut dem Finanzierungsberater Barkow Consulting in Deutschland schon. Der Begriff Fintech baut sich aus den englischen Worten Financial und Technology zusammen. Manchmal ist es schwer zu beurteilen, ob ein Unternehmen dazuzählt oder nicht. Immer geht es aber darum, neue Produkte für die Finanzwelt zu entwickeln. Die meisten dieser jungen Unternehmen gelten gleichzeitig als Startups mit großem Wachstumspotenzial.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, was Fintechs schon alles bieten! Klicken Sie die Objekte einfach an.

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Die voranstehenden Beispiele zeigen: Fintechs sind in allen Bereichen der Finanzbranche zu finden. Hier alle Sparten vorzustellen, ist kaum möglich. Viele Angebote richten sich an private Anleger, Sparer und Kreditnehmer. Andere Fintechs haben sich auf andere Unternehmen spezialisiert. Zum Beispiel im Bereich Prozessoptimierung (Bezahllösungen oder Online-Identifikation).

Doch egal, wen die Fintechs am Ende ansprechen wollen, haben sie fast alle eines gemeinsam: Sie selbst sind keine Banken und brauchen deshalb einen Partner, der die Depots der Kunden führt. Dadurch sind viele Fintechs abhängig von herkömmlichen Banken. Bis jetzt...

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solarisBank-Vorstand Marko Wenthin: "Fintechs nur so gut wie der Bankingpartner"

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Mittlerweile gibt es nämlich erste Fintechs, die von der Aufsichtsbehörde BaFin eine Banklizenz erteilt bekommen haben. Zum Beispiel die Berliner solarisBank, deren Geschäftsführer Sie im Hintergrund sehen. Die Fintech-Banken richten sich in erster Linie nicht an Privatkunden, sondern an andere Unternehmen: Vor allem an andere Fintechs. solarisBank-Vorstand Marko Wenthin (m.) verrät im Audio, warum die Lizenz seiner Bank für andere Fintechs so wichtig sein kann.  

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Die Zusammenarbeit zwischen den Fintechs ist essentiell, da sie für gewöhnlich auf einen ganz bestimmtem Bereich spezialisiert sind. Deshalb können sie gezielter an einer Idee arbeiten als große Konzerne, die tausende Mitarbeiter beschäftigen. Damit haben sie gute Voraussetzungen, schneller und effizienter zu arbeiten als die großen Banken. In anderen Bereichen brauchen die Newcomer dafür das Know-how anderer Fintechs. Die Startups stehen damit für eine neue Generation von Finanzunternehmen.

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Nein. Es gibt ein Problem, das fast alle Fintechs vereint. Sie arbeiten (noch) nicht profitabel. Mit ihren modernen Lösungen haben sie zwar großes Potenzial, doch fehlt es vielen noch an genügend Kunden oder finanzieller Schlagkraft. Letztendlich sind die Fintechs auf die Unterstützung finanzkräftiger Investoren angewiesen. Ihr Kapital sammeln die Gründer in mühsamen Finanzierungsrunden. Viele Fintechs spekulieren auch darauf, von einem Konzern übernommen zu werden und so von ihrem Geschäftsmodell zu profitieren.

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"Der große Schritt kommt erst noch"

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Jens Schleuniger hat einst selbst im Investmentbanking gearbeitet - heute unterstützt er als Geschäftsführer des Portals "Für-Gründer.de" junge Unternehmer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Er weiß: Nicht alle Fintechs werden sich auf Dauer halten können. Damit sie sich etablieren können, komme es vor allem auf eines an. Was, verrät er im Video. 

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Der typische Fintech-Gründer ist jung und trägt Jeans mit Kapuzenpulli statt Anzug und Krawatte. So zumindest das Klischee. Häufig wechseln jedoch auch erfahrene Banker auf die Fintech-Seite. Jüngstes Beispiel: Der frühere Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, ist Anfang des Jahres zum amerikanischen FinTech Social Finance gewechselt.

Die Banker wissen aus eigener Erfahrung, wo die traditionellen Banken Nachholbedarf haben: Doch die großen Finanzkonzerne wachsen langsam aus ihrem digitalen Dornröschenschlaf auf...

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Im April kündigte die Deutsche Bank an, sie wolle im Bereich Digitalisierung nun Boden gutmachen. Insgesamt will die Bank dafür eine Milliarde Euro in die Hand nehmen. 400 Mitarbeiter sollen in Frankfurt eine "Denkfabrik" bilden - zusammen mit externen Fintech-Experten. Markus Pertlwieser, Digital-Chef der Deutschen Bank, kündigte an, das Thema Hausbank digital neu zu definieren. Ergebnisse soll es in den nächsten 12 bis 18 Monaten geben. Den Anfang macht eine neue Banking App, die schon jetzt verfügbar sein soll.

Es scheint also, als habe das Rennen um die digitale Vorherrschaft gerade erst begonnen.

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Videos & Interviews
Sebastian Schreiber / boerse.ARD.de

Fotos
dpa / picture alliance:

(Titelbild) Frankfurter Skyline bei Nacht mit Boot
(Schiebebild) Überweisungsträger / Banking App
(Hintergrundbild) Universum ohne Menschen
(Hintergrundbild) Star Wars Roboter bei Oscar-Verleihung
(Hintergrundbild) Netzwerkkabel
(Hintergrundbild) Kursanzeigetafel an der Börse
(Hintergrundbild) Anshu Jain, Deutsche Bank
(Hintergrundbild) Deutsche Bank-Tower von oben
(Hintergrundbild) Kontaktloses Bezahlen "Hurricane-Festival"
colourbox:
Personalausweis / Kreditkarte auf Bildmontage
auxmoney GmbH:
Foto der Geschäftsführung
solarisBANK AG:
Foto der Geschäftsführung
Sebastian Schreiber / boerse.ARD.de:
restliche Fotos

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Für Aufsehen sorgte zuletzt das Berliner Fintech Number26. Dessen Werbeslogan lautet: "Europas modernstes Girokonto". Laut Unternehmen hat Number26 schon mehr als 100.000 Kunden - Tendenz steigend.

Anbieter wie dieser benachrichtigen ihre Kunden per Pushmeldung über Zahlungen und Abbuchungen. Die Fintechs legen bei ihren Apps den Fokus auf Nutzerfreundlichkeit: Design, Übersichtlichkeit und Sicherheit. Filialen, Bankschalter oder physische Überweisungsträger können die App-Konten dafür nicht bieten.

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Gründer Yassir Hankir erklärt, wie das Team auf die Idee gekommen ist

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Yassin Hankir (l.) und Marco Trautmann wollen automatisches Sparen möglich machen. Dazu haben sie die mobile Anwendung savedroid entwickelt.

Die Nutzer können festlegen, in welchem Fall die App einen vorher festgelegten Geldbetrag vom eigenen Girokonto zur Seite legen soll. Dabei nutzt savedroid digitale Partnerschaften. Ein Beispiel: Registriert die Jogging-App des Nutzers, dass ein paar Kilometer zurückgelegt wurden, wird automatisch Geld umgebucht. Möglich ist das auch für Shopping im Internet. Bei jedem Kauf wird gleichzeitig Geld zurückgelegt. Das Unternehmen kassiert dann eine Provision. Im Sommer soll die App an den Start gehen.

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Brauchen wir in Deutschland überhaupt noch Bargeld? Wenn es nach dem Fintech barzahlen.de ginge, wäre die Antwort klar: ja! Das Unternehmen bietet ein System, mit dem Kunden online etwas kaufen, die Rechnung aber später bar in einem Partnergeschäft von barzahlen.de begleichen können.

Auch andere FinTechs arbeiten daran, Bezahlvorgänge zu vereinfachen - meistens aber ohne Bargeld. Der Anbieter payeleven verbindet kleine Kartenlesegeräte mit Smartphones und Tablets, damit Geschäfte einfacher abrechnen können. Der Trend ist klar: Bezahlen muss kontakt- und bargeldlos gehen. Ein Land ist darin schon jetzt ganz weit vorne...

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...und dieses Land heißt Schweden! Dort spielt Bargeld eine immer kleinere Rolle. Statistiken zufolge werden nur noch rund 30 Prozent der Geschäfte im Einzelhandel mit Bargeld abgewickelt: Stattdessen wird per Kreditkarte oder über Smartphone-Apps bezahlt. In Deutschland werden laut dem Einzelhandelsinstitut EHI noch mehr als 50 Prozent der Einkäufe bar abgewickelt. Beim kontaktlosen Bezahlen sind die Deutschen noch skeptisch. Eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC ergab: Fast 90 Prozent haben Bedenken, dass das kontaktlose Bezahlen noch nicht sicher genug ist. 

Dennoch - auch hier kommen die kontaktlosen Systeme immer häufiger zum Einsatz: Das Hintergrundbild zeigt einen Besucher des Rockfestivals "Hurricane" in Niedersachsen, der das Guthaben seines Bezahlchips am Handgelenk aufläd.

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Das brauchen Sie für die Online-Identifikation:

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FinTechs können mit ihren Technologien unseren Alltag verändern. Wer sich für einen Vertragsabschluss oder die Eröffnung eines Kontos ausweisen muss, kann das jetzt ohne Probleme von zu Hause machen. Immer mehr Unternehmen machen mit. Dafür sorgen Fintech-Anbieter wie IDnow oder WebID Solutions. Im Video erfahren Sie, wie die Identifikation über das Internet funktioniert.

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Diese drei Gestalten kennt fast jeder: Die Roboter aus Star Wars sind Berühmtheiten ihrer Zunft. Und auch für die Zukunft der Geldanlage spielen die "Robos" eine große Rolle. Denn wer sein Geld online am Kapitalmarkt anlegen will, wird meistens von einem Computer beraten. "Robo-Advisor" nennt sich diese digitale Form der Geldanlage, die aus den USA zu uns kam. Sie ist schneller, einfacher und günstiger als herkömmliche Anlagemöglichkeiten. Fintechs wie Ginmon, Cashboard oder easyfolio nutzen die Technologie, damit jeder von zu Hause aus sein Geld anlegen kann.

Auch das Frankfurter Fintech vaamo setzt auf den Robo-Advisor. Geschäftsführer und Mitgründer Oliver Vins erklärt im Video, wie Geldanlegen damit funktioniert!

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vaamo-Geschäftsführer Dr. Oliver Vins zeigt, wie Robo-Advising funktioniert.

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Einige Fintechs versuchen, mit sogenannten "peer-to-peer"-Angeboten die Kreditvergabe zu revolutionieren. Anbieter sind zum Beispiel das Berliner Unternehmen Lendico oder auxmoney aus Düsseldorf.

Nach eigenen Angaben haben die drei Gründer von auxmoney, die Sie im Hintergrund sehen, mit ihrem Marktplatz schon über 75.000 Kredite vergeben. Das Konzept: Privatanleger investieren direkt in ausgewählte Kreditprojekte. Das Team verspricht Renditen um 5,5 Prozent für die Anleger und eine unkomplizierte Abwicklung für die Kreditnehmer. Laut dem Unternehmen verfügte der Markplatz 2015 über ein Volumen von 100 Millionen Euro. Dieses Jahr soll sich das Volumen nochmal mehr als verdoppeln. 120 Mitarbeiter arbeiten daran.

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