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So investieren Sie gruen

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So investieren Sie grün

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ hat in den vergangenen Jahren Karriere gemacht. Landwirtschaft, Energieversorgung, Verkehr und Industrie, und nicht zuletzt Obst und Gemüse im Supermarkt – alles soll „nachhaltig“ sein.

Und auch in der Finanzbranche ist die Nachhaltigkeit angekommen. Viele Privatanleger wollen ihr Geld nicht nur finanziell, sondern auch ethisch nachhaltig anlegen. Keine Waffengeschäfte, keine Atomkraft, keine Kinderarbeit, keine Umweltzerstörung und / oder keine Pornografie finanzieren.

Sie wollen selbst entscheiden, welche Unternehmen, Branchen und Zukunftsthemen sie unterstützen. Und entgegen landläufiger Vorurteile muss das keineswegs auf Kosten der Rendite gehen, wie wir in diesem Special zeigen wollen. Außerdem erfahren Sie, worauf Sie beim nachhaltigen Anlegen achten sollten.

Auf der nächsten Seite finden Sie die Themenübersicht. Klicken Sie einfach auf das Kapitel, das Sie am meisten interessiert. Und keine Angst, Sie verpassen nichts: Am Ende jedes Kapitels landen Sie automatisch wieder auf der Übersichtsseite.
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MSCI ESG Rating: Suche nach Unternehmen und deren Nachhaltigkeitsbewertung.

Faire Fonds (Facing Finance): Gesamthöhe kontroverser Unternehmensbeteiligungen bei verschiedenen "fairen" Fonds.

Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG): Zeigt die Nachhaltigkeitskriterien bei unterschiedlichen Fonds.

Global Aktien Index NAI

Global Challenges Index (GCX)

Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen (FNG) 2019: Der aktuelle Marktbericht für grüne Geldanlagen.

100 in Deutschland handelbare Greenbonds.
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So investieren Sie grün...
... ist ein Special von boerse.ARD.de
Quellen:
MSCI, Grafik: boerse.ARD.de (Kapitel "Grüne Finanzprodukte", Seite 7)
boerse.ARD.de
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UN gemeinfrei
EU gemeinfrei
United Artists Pictures, Sony Pictures, Eon Productions, Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Danjaq LLC, Columbia Tristar


Redaktion: Julia Pannewick, Andreas Braun und Till Bücker 

Grafik und Bildredaktion: Martin Brandt

Impressum von boerse.ard.de
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Greenwashing

Der Gedanke der nachhaltigen Geldanlage ist ein lobenswerter. Allerdings wird man auch in diesem Bereich schnell auf den Holzweg geführt. Anbieter spielen mit dem Bedürfnis nach Umweltschutz, sozialer Gerechtigkeit und gleichzeitigen Profitwunsch der Anleger.

Worauf Sie achten müssen und welche Fragen Sie sich vor jeder Investition stellen müssen, erklärt Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen.
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Katharina Lawrence, Verbraucherzentrale Hessen

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Bio-Siegel und "nachhaltig produziert" scheinen Trendwörter geworden zu sein. Im Supermarkt haben wir uns bereits an die Siegel gewöhnt und haben ebenfalls mitbekommen, dass nicht alles "Bio" oder "nachhaltig" ist, nur weil es auf der Verpackung steht. Etikettenschwindel, in der Finanzbranche auch als "Greenwashing" bezeichnet, ist allgegenwärtig. Es ist der Versuch von Firmen, mithilfe von Marketing- und PR-Maßnahmen die Kunden davon zu überzeugen, grün und nachhaltig zu arbeiten. Ob diese Maßnahmen überhaupt umgesetzt werden, ist oft zweitrangig.

Ende 2019 hat sich die Europäische Union auf neue Regeln zur Zertifizierung von grünen Anlageprodukten geeinigt. Mehr Informationen zur EU-Taxonomie finden Sie hier.

Es bedarf also einer besonderen und sorgfältigen Prüfung bevor man investiert, wie Ali Masarwah von Morningstar erklärt.
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Ali Masarwah, Chefredakteur Morningstar

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Holzplantagen in Südamerika, Hühnerfarmen in Asien oder Solaranlagen in Afrika. Allesamt schöne und vermeintlich nachhaltige Geschäftsmodelle, die dem Anleger ein gutes Gewissen machen sollen und dennoch zu einem Totalverlust führen können.

Gerade auf dem sogenannten Grauen Kapitalmarkt ist die Gefahr von Greenwashing hoch. Direktinvestments, bei denen Kunden nach einer vertraglich geregelten Laufzeit Geld bekommen sollen, sind risikoreich. Die Anbieter werden kaum von der Aufsichtsbehörde BaFin geprüft oder überwacht.

Seit 2017 sollen solche Direktinvestments wie etwa in Bäume durch das Kleinanlegerschutzgesetz erfasst werden. Die Gesetzesänderung der Bundesregierung sollte ein Schlupfloch in der Regulierung des Grauen Kapitalmarktes schließen. Vor dem Inkrafttreten der Änderung vor zwei Jahren mussten die Anbieter allerdings weder einen Verkaufsprospekt erstellen noch Warnhinweise veröffentlichen. Mittlerweile ist das anders.

Aber es bleiben Ausnahmen: Genossenschaften beispielsweise müssen sich – selbst wenn sie Geldanlagen anbieten – nicht an das Vermögensanlagengesetz halten. Das gilt ebenfalls für Anbieter, von deren Vermögensanlage nicht mehr als 20 Anteile angeboten werden. Der Schutz ist damit ausgehebelt.

Auf der anderen Seite scheinen für viele Anleger ökologische Aspekte, Aussagen über den Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine Vertrauensbasis zu schaffen. Sie denken nicht mehr viel über das eigentlich Gefährliche nach, sondern investieren in solche unregulierten Direktinvestments. Das kann gut gehen. Wenn solche Anbieter aber auch noch Hoffnung auf hohe Gewinne machen, sollten Anleger hellhörig werden. Denn als Faustregel gilt: Je höher die versprochene Rendite ist, desto größer ist gewöhnlich auch das Risiko, dass Sparer große Verluste erleiden können.




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Katharina Lawrence, Verbraucherzentrale Hessen

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Grüner Markt

Immer mehr Gelder werden auch in Deutschland nachhaltig verwaltet. Dabei haben sich die Wachstumsraten in den vergangenen Jahren noch beschleunigt.
Im Jahr 2018 lagen 219 Milliarden Euro in nachhaltigen Investmentfonds, als Einlagen auf den Konten nachhaltiger Banken oder wurden von Vermögensverwaltern mithilfe nachhaltiger Kriterien betreut.
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Ali Masarwah, Chefredakteur Morningstar

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Die Summe der Mittel, die in Investmentfonds verwaltet wurden, hat sich von 30,1 auf 44,7 Milliarden Euro 2018 gesteigert. Das ist ein Plus von fast 50 Prozent in einem Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Forum Nachhaltige Geldanlagen in ihrem Marktbericht 2019. Im vergangenen Jahr lagen außerdem 38,6 Milliarden Euro als Kundeneinlagen bei nachhaltigen Banken wie der GLS Bank oder der Triodos Bank.

Der Anteil der nachhaltigen Gelder am gesamten verwalteten Vermögen in Deutschland ist 2018 auf einen Rekordwert von 4,5 Prozent gestiegen. Die Nachfrage nach nachhaltigen Formen der Geldanlage wird noch immer vor allem von den „institutionellen Investoren“ angetrieben. Etwa 93 Prozent der Anlagen in Deutschland liegen in den Händen der Profis: Versicherungen, Pensionsfonds, kirchlichen Organisationen oder Stiftungen. Nur sieben Prozent sind im Besitz von Privatanlegern.

Inzwischen sind weltweit 1.500 Aktienfonds, bei denen die ESG-Kriterien angewendet werden, auf dem Markt verfügbar. ESG steht für Environmental, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Ihr Anteil am gesamten per Aktienfonds verwalteten Vermögen liegt erst bei zwei Prozent, aber auch hier werden schnell weitere Marktanteile erobert.

Immer schneller verbreiten sich auch so genannte „Greenbonds“. Das sind Anleihen von Staaten oder Unternehmen, die Geld für soziale oder Umweltprojekte einsammeln. Die deutsche Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist einer der größten Anbieter solcher Greenbonds. Mit den Geldern werden zum Beispiel Förderprogramme für Solaranlagen oder energetische Sanierungen von Häusern finanziert. Sogar die Bundesregierung will 2020 eine „grüne“ Bundesanleihe auf den Markt bringen.  

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Glücklicherweise sind Privatanleger beim Thema Greenwashing nicht auf sich allein gestellt. Neben Verbraucherzentralen will mittlerweile auch die Europäische Union dagegen vorgehen. Im Dezember 2019 hat sie sich nach mehreren Verhandlungen auf neue Regeln geeinigt, die Unternehmen als “grün” auszeichnen. In Brüssel wird dieses Label als EU-Taxonomie bezeichnet. Ziele sind die Verhinderung von Greenwashing und die Schaffung einer Orientierungshilfe für Investoren. Bankkunden und Kleinanleger sollen zudem zu grünen Investments ermuntert werden.

Demnach kann ein Finanzanlageprodukt im Bereich Green Finance verschiedene Stempel bekommen - nach dem Grad seiner Umweltfreundlichkeit:
  • „Grün“ („low-carbon“): Wirtschaftsaktivitäten mit dem Ziel, weniger Treibhausgas-Emissionen zu erzeugen (z.B. Ökostrom, Aufforstungen oder emissionsfreier Verkehr)
  • „Transition“: Bereiche, die im Vergleich zu ihrer Branche und zur gesamten Industrie niedrigere Treibhausgasemissionen freisetzen; Übergang zu einer emissionsärmeren Ökonomie
  • „Enabling“: Tätigkeiten, die anderen Marktteilnehmern ermöglichen, ihre Emissionen zu senken, oder deren Wirtschaftsaktivitäten zu ersetzen
In diesem Jahr soll die Umsetzung besprochen werden. Die Taxonomie ist aber offenbar nicht die einzige Regulierung seitens der EU. Ein weiterer Aktionsplan steht im Raum, der auf die Unternehmensbilanzen und die Einpreisung von ESG-Risiken abzielt.

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Claudia Müller, Finanzcoach und Bloggerin von FemaleFinanceForum

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Öko-Banken

Sie können mittlerweile auch Bio-Lebensmittel im Discounter kaufen. Und Sie können Bio-Lebensmittel im Bio-Laden kaufen. So verhält es sich auch bei nachhaltigen Finanzprodukten. Denn auch der eigene Depot-Anbieter und die eigene Bank können nachhaltig sein - Umweltbanken.

Diese versprechen, mit dem Geld der Sparer etwa in soziale Projekte, Erneuerbare Energien oder Bildung zu investieren - und an moralisch heikle Unternehmen keine Kredite zu vergeben.

Wie das aussehen kann, erklärt der Geschäftsleiter der Triodos Bank Deutschland, Georg Schürmann.
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Georg Schürmann, Geschäftsleiter Triodos Bank Deutschland

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Der Fair Finance Guide Deutschland bietet einen Überblick und bessere Transparenz innerhalb der Finanzierungs- und Investitionspolitik und zeigt auf, dass die Wahl der Bank eben auch darüber entscheidet, welche Unternehmen unterstützt werden und welche lieber nicht. 

Wenn Sie Ihre Bank vergleichen wollen oder Sie überlegen Ihre Bank zu wechseln, lohnt sich ein Blick in den Fair Finance Guide

Sollte Ihre Bank nicht dabei sein, können Sie auf der Unternehmensseite Ihrer Bank mit Schlagwörtern wie Nachhaltigkeit, Verantwortung oder Umwelt fündig werden.


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Quelle: Verbraucherzentrale Bremen, Stand Januar 2020
Quelle: Verbraucherzentrale Bremen, Stand Januar 2020
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Das Problem bei nachhaltigen Banken: Der Begriff „nachhaltig“ ist nicht verbindlich festgelegt, ebenso wenig wie die Begriffe „sozial“, „fair“ oder „ethisch“. Jede Bank kann diesen Ansatz also anders auslegen – und entsprechend investieren.

Auch die Verbraucherzentrale Bremen hat 14 Banken auf acht ethisch-ökologische Ausschlusskriterien für Eigenanlagen und Kreditvergabe getestet. Dazu zählen: Waffen und Rüstung, Kinderarbeit, Arbeitsrechtsverletzungen, Menschenrechtsverletzungen, Atomkraft, Fossile Brennstoffe, Industrielle Tierhaltung, Glücksspiel. Bei ethisch-ökologischen Bankgeschäften geht es jedoch nicht nur darum, kontroverse Branchen und Unternehmen auszuschließen.

Wichtig ist auch, dass besonders ökologische und soziale Geschäftsfelder durch Investitionen gefördert werden. Bei vielen untersuchten Banken steht die Kreditvergabe in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Pflege sowie Erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Ökologisches Bauen und Energiesparmaßnahmen sind weitere Schwerpunkte des Kreditgeschäfts. Aber dabei sollten Anleger nicht vergessen: Auch Umweltbanken sind nicht ausschließlich Wohltäter. Als Geschäftsbanken haben auch sie die Anforderung, Geld zu verdienen. Fünf der Banken erfüllen alle Ausschlusskriterien für Eigenanlagen und Kreditvergabe: die Ethikbank, die GLS Bank, die ProCredit Bank, die Triodos Bank und die Umweltbank.

Nachfolgend ein Überblick zu den Schwerpunkten, Produkten und Konditionen.
Quelle: Verbraucherzentrale Bremen, Stand Januar 2020
Quelle: Verbraucherzentrale Bremen, Stand Januar 2020
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Claudia Müller, Finanzcoach und Bloggerin von FemaleFinanceForum

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Neben den vielen Vorteilen von nachhaltigen Banken für Anleger gibt es auch einige Einschränkungen. Zum einen ist der Begriff „nachhaltig“ nicht verbindlich festgelegt. Jede Bank kann diesen Ansatz also anders auslegen – und entsprechend investieren.

Damit Kunden mit einem genauen Verständnis von Nachhaltigkeit und Umweltschutz der jeweiligen Bank ihr Geld anvertrauen können, benötigen sie im Vorhinein Zeit und Geduld für die Recherche.

Die meisten Institute haben ihre Richtlinien detailliert beschrieben und veröffentlichen regelmäßig Berichte. Außerdem gibt es online einige Datenbanken und Portale von unabhängigen Institutionen, über die sich die Banken vergleichen lassen können. Am Ende muss aber natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob er mit den Investitionen zufrieden ist.

Ein weiterer Nachteil: die höheren Kosten, die durch zum Beispiel einen höheren Research-Aufwand entstehen. Mit Discount-Brokern mit kostenlosen Depots, niedrigen Gebühren wollen die nachhaltigen Banken gar nicht konkurrieren.

Und auch die meist kleinere Produktpalette bei Anlageprodukten bedeutet für einige Anleger eine Einschränkung. Viele Umweltbanken bieten lediglich ausgewählte oder sogar nur eigene Fonds und Aktien an. Damit sind Anleger beschränkt und müssen gerade beim Handel längere Wartezeiten hinnehmen.

Beim Tagesgeld-Sparen ist außerdem wenig zu holen. Die meisten Zinsen zahlt die ProCredit Bank mit derzeit 0,1 Prozent pro Jahr. Bei der Umwelt­bank gibt es nur 0,01 Prozent. Manche nachhaltige Banken wie die Ethikbank oder die GLS Bank zahlen derzeit gar keine Zinsen.

Filialen von nachhaltigen Banken tauchen nicht gerade in jeder Innenstadt auf. Oft gibt es wenn überhaupt nur wenige Schalter in Deutschland. Das macht es gerade für eher konservative Kunden, die ihre Geschäfte nicht online oder telefonisch abschließen wollen, schwierig. Dazu kommt, dass einige Banken wie die ProCreditBank und die Umweltbank kein Girokonto anbieten.

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Die Ethikbank wurde 2002 als Tochtergesellschaft der Volksbank Eisenberg in Thüringen gegründet und ist als Direktbank mit mehr als 3.700 Mitgliedern (Ende 2018) deutschlandweit aktiv. Kunden können ausschließlich online Geschäfte erledigen. Die Schwerpunkte in der Kreditvergabe sind:
  • Umwelt & Klimaschutz (Energiesparmaßnahmen, Erneuerbare Energien, ökologisches Bauen, Ressourceneffizienz)
  • Soziales & Bildung (Bildung, Gesundheit & Pflege, Krankenhäuser)
Produkte
  • Girokonto
  • Geldautomatennutzung
  • Kreditkarten
  • Spareinlagen
  • Kreditgeschäft
  • Wertpapier-Depot in Zusammenarbeit mit Union Investment: 
    • UnionDepot ("normale" Fonds")
    • DepotOnline (ethisch-ökologisch mit kostenfreiem Ethik-Kompass)
    • FairWorldFonds (nachhaltige und ökonomische Kriterien) 

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Die 1974 gegründete GLS Bank ist die größte Alternativbank in Deutschland und eine genossenschaftlich organisierte Universalbank mit nach eigenen Angaben über 230.000 Kunden. Hauptsitz des Instituts ist Bochum und hat sieben Filialen mit Geldautomaten in Bochum, Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, München und Stuttgart. Die Bargeldauszahlung im BankCardServiceNetz, d.h. bei fast allen Volks- und Raiffeisenbanken ist möglich. Die Schwerpunkte in der Kreditvergabe sind:
  • Umwelt & Klimaschutz (Energiesparmaßnahmen, Erneuerbare Energien)
  • Soziales & Bildung (Bildung, Gesundheit & Pflege, Ökologisches Bauen, Ressourceneffizienz)
  • Kirchlich-karitative Einrichtungen
Produkte
  • Girokonto
  • Geldautomatennutzung
  • Kreditkarten
  • Sparanlagen: derzeit keine Zinsen beim Tagesgeld
  • Kreditgeschäft
  • Wertpapier-Depot:
    • GLS-Fonds (Aktienfonds, Klimafonds, Mikrofinanzfonds, Fair Future Fonds) mit klarem sozialen und ökologischen Kriterienkatalog bezüglich des Kerngeschäfts, der Unternehmensführung und Geschäftspraktiken eines Wertes (detaillierter Investitionsbericht)
    • FairWorldFonds mit der KD-Bank und Union Investment
    • KCD-Mikrofinanzfonds III (Bank im Bistum Essen, Verwahrstelle DZ Privatbank)
    • Vermögensbegleitung und -verwaltung
    • GLS Depot: Wertpapiere jeglicher Art, kostenloser Nachhaltigkeits-Depotcheck
      • Verwahrung konventioneller Wertpapiere teurer (1,19% p.a.) als Wertpapiere, die auch im GLS-Anlageuniversum enthalten sind (0,595%)
    • Crowdfunding-Plattform
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Die ProCredit Bank ging aus der IPC (Beratungsgesellschaft für Entwicklungs- und Schwellenländer) hervor. Der Fokus ihrer Geschäftstätigkeit liegt in der Bereitstellung von Kleinkrediten für kleine und mittlere Unternehmen in 22 Ländern. Seit 2013 ist die ProCredit Bank außerdem als Direktbank in Deutschland aktiv und bietet Anlageprodukte für Privatkunden. Sie hat lediglich eine Filiale in Frankfurt am Main. Die Schwerpunkte in der Kreditvergabe sind:
  • Umwelt & Klimaschutz (Energiesparmaßnahmen)
Produkte
  • Sparanlagen (Tagesgeld-, Festgeld- & Sparbriefkonten)
  • Kreditgeschäft


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Die Triodos Bank mit Hauptsitz in den Niederlanden ist die größte sozial-ökologisch ausgerichtete Bank Europas. Sie ist in insgesamt fünf europäischen Ländern vertreten und hat damit mehr als 700.000 Kunden. Seit 2010 bietet die Nachhaltigkeitsbank auch Produkte in Deutschland an. Die Filiale ist in Frankfurt am Main. Die deutsche Niederlassung hat nach eigenen Angaben etwa 27.000 Kunden. Die Schwerpunkte in der Kreditvergabe sind:
  • Umwelt & Klimaschutz (Energiesparmaßnahmen, erneuerbare Energien, ökologisches Bauen, Ressourceneffizienz)
  • Soziales & Bildung (Bildung, Gesundheit und Pflege, Krankenhäuser)
  • Kirchlich-karitative Einrichtungen
Produkte
  • Girokonto
  • Geldautomatennutzung
  • Kreditkarten
  • Sparanlagen: derzeit Zinsen von 0,01 Prozent pro Jahr beim Tagesgeld
  • Kreditgeschäft
  • Wertpapier-Depot mit nachhaltigen Regeln (laufende Kosten sind unterschiedlich)
    • Triodos-Aktien “Triodos Aktienähnliche Rechte” mit Dividende, von der SAAT (SAAT = Stichting Administratiekantoor Aandelen Triodos Bank) gehalten
    • eigene Fonds nach Triodos-Standards (Auswahlprozess)
      • Triodos Euro Bond Impact Fund (sozial und ökologische Unternehmen)
      • Triodos Global Equities Impact Fund (weltweit, Einflussnahme auf Unternehmen)
      • Triodos Pioneer Impact Fund (Small- und Mid-Cap Pioniere)
      • Triodos Impact Mixed Fund - Defensive (Mischfonds, überwiegend Anleihen)
      • Triodos Impact Mixed Fund - Neutral (Aktien und Anleihen)
      • Triodos Impact Mixec Fund - Offensive (Mischfonds, überwiegend Aktien)
    • drei ausgewählte fremde Fonds
    • Crowdinvesting mit bettervest (Crowdfunding)
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Die Umweltbank wurde 1997 in Nürnberg gegründet und ist die einzige ethisch-ökologische Bank an der Börse. Sie ist eine Direktbank mit über 100.000 Kunden. Die Schwerpunkte in der Kreditvergabe sind:
  • Umwelt & Klimaschutz (Energiesparmaßnahmen, erneuerbare Energien, ökologisches Bauen, Ressourceneffizienz)
  • Soziales & Bildung (Bildung)
Produkte
  • kein Girokonto
  • Sparanlagen: derzeit Zinsen von 0,01 Prozent pro Jahr beim Tagesgeld
  • Kreditgeschäft
  • Wertpapier-Depot gemäß Nachhaltigkeitskriterien
    • Umweltfonds (6 Aktienfonds, 2 Mischfonds und 3 Rentenfonds), keine Empfehlungen, keine eigenen Fonds
    • 2020 eigene Fondsmarke “UmweltSpektrum” mit erstem Fonds “UmweltSpektrumMix”
    • UmweltBank-Aktie (einzige grüne Bankaktie Deutschlands) mit Dividende
    • Umweltaktien: nur ausgewählte Aktiensind handelbar & können verwahrt werden (12 Aktien inkl. Umweltbank-Aktie)
    • Umweltbank-Anleihen
    • Grüne Anleihen: 2 Unternehmens- und 10 Projektanleihen
    • Verwahrung der grünen Wertpapiere ist kostenfrei
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Grüne Finanzprodukte

Klassisches Sparen auf dem Konto ist mittlerweile ein dramatisches Verlustgeschäft. Doch es geht auch anders – und vor allem erfolgreicher. Aktien, Fonds, ETFs und Anleihen sind wohl die bekanntesten Anlageprodukte in der klassischen Finanzwelt. Warum nicht diese Investitionen an der Börse mit Umweltschutz und gesellschaftlichem Nutzen verbinden?
Mit der grünen Geldanlage ist das möglich.

Anleger kaufen wie beim traditionellen Investieren zum Beispiel Anteile von Unternehmen und hoffen, dass diese im Wert steigen. Der Unterschied: Umweltbewusste Anleger achten dabei auf die nachhaltige Ausrichtung oder grüne Maßnahmen der Firmen. Die Schwierigkeit dabei ist die Suche nach passenden Produkten und Unternehmen. Diese Hürde können Sie mit den Informationen auf den folgenden Seiten überwinden.

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Aktien von Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, sparsam mit Energien umgehen, den Umweltschutz beachten und ihre Mitarbeiter fördern und fair bezahlen, sind vielfach zu finden. Wie man als Anleger bei der Auswahl vorgeht, hängt auch vom eigenen Verständnis von Nachhaltigkeit ab. Wer gezielt in Firmen investieren will, die in bestimmten Geschäftsfeldern tätig sind, nimmt ein „Positiv-Screening“ vor. Dabei wird man besonders in Bereichen wie Umwelttechnik, erneuerbare Energien, Wasseraufbereitung oder ökologisches Bauen fündig. Ein anderer Ansatz ist es, grundsätzlich auf bestimmte Branchen wie Atomkraft, fossile Energien oder Gentechnik zu verzichten und dann nach attraktiven Aktien zu suchen.
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Claudia Müller, Finanzcoach und Bloggerin von FemaleFinanceForum

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Bei der Suche nach nachhaltigen Aktien gibt es mehrere Möglichkeiten: So kann etwa auf Aktien gesetzt werden, die in Nachhaltigkeitsindizes wie dem Natur Aktien Index (NAI) oder dem Global Challenges Index (GCX) vertreten sind. Auch ausgewiesene Nachhaltigkeitsfonds haben viele interessante Aktien in ihren Portfolios. Eine gute Anlaufstelle sind Fonds, die ein Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) besitzen. Der Indexanbieter MSCI bietet seit kurzem öffentlich eine Datenbank an, bei der man die Nachhaltigkeits-Noten, also das ESG-Rating von Unternehmen, einsehen kann.

Und nicht zuletzt können Anleger auch einen Blick in die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen werfen. Solche Berichte sind seit kurzem Pflicht für mittelgroße und große börsennotierte Firmen.

Auch bei der Auswahl von Aktien nachhaltiger Unternehmen sollten „fundamentale“ Kriterien nicht außer Acht gelassen werden. Ein Unternehmen, das langfristig keine Gewinne erzielt, eine geringe Eigenkapitalrendite oder ein ungünstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aufweist, wird auch nachhaltigen Privatanlegern langfristig keine Freude machen.
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In puncto Performance schneiden die nachhaltigen ETFs nicht schlechter ab als konventionelle Indexfonds. Oft liefern sie sogar eine Mehrrendite für Anleger ab. 

Auch börsengehandelte Indexfonds, die einen Nachhaltigkeits-Fokus haben, sind inzwischen am deutschen Markt erhältlich und erfreuen sich steigender Beliebtheit bei Investoren. Die geringen Kosten und die statistisch bessere Wertentwicklung gegenüber den „aktiven“ Konkurrenten, sind zwei wichtige Argumente für ETFs.

Indizes, die kritische Branchen verbannen und die gezielt auf Branchen aus dem Sektor erneuerbare Energien, Gesundheit oder Wasserwirtschaft setzen, gibt es bereits. Die Index-Emittenten wie die US-Größen MSCI und S&P Dow Jones Indizes, aber auch Stoxx, Tochter der Deutsche Börse AG, haben bereits eine Vielzahl von Nachhaltigkeit-Indizes geschaffen. Sie dienen den ETF-Anbietern als Basis für ihre Indexfonds.

Bei den Nachhaltigkeits-Indizes kommt es aus Anlegersicht wieder darauf an, die Auswahlkriterien der Indizes mit der eigenen Nachhaltigkeits-Perspektive abzugleichen: Werden durch den Index nur bestimmte Branchen ganz oder zum Teil ausgeschlossen? Oder wird im Index ein Best-in-Class-Ansatz abgebildet, der etwa nach ESG-Kriterien filtert? Oder nutzt der Index-Anbieter in seiner Index-Logik eine Mischung verschiedener Ansätze oder hat ein eigenes Nachhaltigkeitskonzept?





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Ali Masarwah, Chefredakteur Morningstar

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Ein Vergleich des Weltaktien-Index MSCI World mit seinem "grünen" Bruder, dem MSCI Word SRI, zeigt es: Aktien von Unternehmen, die stärker auf Nachhaltigkeit achten, laufen an der Börse besser.

Der SRI-Index (das Kürzel steht für Socially Responsible Index) enthält wie der MSCI World Aktien aus 23 Industrieländern. Dabei werden allerdings Unternehmen aus Branchen wie Atomkraft, Waffen, Alkohol oder Tabak ausgeschlossen. Wer in den Index aufgenommen werden will, muss zudem über ein gutes ESG-Ranking (also gute Werte in Sachen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) aufweisen. Anders als der MSCI World, der mehr als 1.600 Aktien enthält, besteht der MSCI World SRI nur aus knapp 400 Einzeltiteln.

Einzelne Schwergewichte wie Microsoft oder Procter & Gamble haben im nachhaltigen Index ein deutlich höheres Gewicht als im konventionellen Index. Dennoch schwankt der SRI-Index weniger stark. Und Jahr für Jahr hat er seit 2008 den MSCI World in Sachen Wertentwicklung deutlich hinter sich gelassen!

Finden können Sie nachhaltige ETFs zum Beispiel auf justeft.com. Dort können Sie sich kostenlos anmelden und alle nachhaltigen ETFs aufspüren. 

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Einige Hundert Investmentfonds schmücken sich inzwischen mit dem Kennzeichen „nachhaltig“. Die Mehrzahl davon sind Aktienfonds, inzwischen gewinnen aber auch Renten- oder Mischfonds mit nachhaltigem Fokus an Bedeutung.

Die Produkte sammeln inzwischen Milliarden an Anlegergeldern ein - von professionellen Investoren wie Kirchen oder Pensionsfonds, aber auch von Privatanlegern. Nach wie vor gibt es aber keine einheitliche Regelung dafür, was als nachhaltig gelten kann, deshalb sollten Anleger beim Fondskauf genau abwägen und sich die Auswahlstrategien der Fonds genau anschauen. In vielen Fällen findet ein aufwendiger Filter- und Bewertungsprozess statt. Dennoch filtern die Fonds ganz unterschiedlich. So schließen einige der Produkte Branchen wie Glücksspiel, fossile Brennstoffe oder industrielle Tierhaltung nicht unbedingt aus.

Um geeignete Fonds zu finden, kann man zum Beispiel auf Produkte setzen, die ein Siegel des Forum Nachhaltige Geldanlagen, FNG, erhalten haben. Das FNG listet für jeden Fonds dessen Ausschluss- oder Positivkriterien auf und gibt einen Überblick über dessen Anlagestrategie.

Darauf sollten Sie achten

Auch bei Fonds sollte man als Anleger wichtige Kennziffern im Auge behalten. Dazu gehört etwa die Sharpe Ratio, die Auskunft darüber gibt, ob ein Fonds seine Rendite mit einem angemessenen Risiko erwirtschaftet. Die Volatilität zeigt, wie stark ein Fonds im Zeitverlauf schwankt. Viele nachhaltige Fonds sind noch nicht lange am Markt. Als Anleger sollte man Produkte bevorzugen, die einen „track record“ (Referenzliste über Erfolge) von mindestens drei Jahren vorweisen können.





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Greenbonds, zu Deutsch „grüne Anleihen“, sind Anleihen von Staaten oder Unternehmen. Wie bei gewöhnlichen Anleihen wird damit Geld bei den Investoren beschafft. Diese erhalten als Gegenleistung für ihr Investment einen Zins und am Ende einer Laufzeit auch das eingesetzte Kapital zurückgezahlt.

Im Gegensatz zu normalen Anleihen werden über die eingenommenen Mittel aus Greenbonds nachhaltige Projekte und Maßnahmen finanziert. Etwa Vorhaben, die den Klimaschutz verbessern, die Energiewende beschleunigen oder klimaschädliche Emissionen reduzieren sollen.

Der größte Emittent von Greenbonds in Deutschland ist die staatliche KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die mit den Anleihen zum Beispiel Förderprogramme zur energetischen Sanierung finanziert.

Auch Unternehmen geben Greenbonds heraus. Anleger können rund 100 in Deutschland gehandelte Greenbonds an der Börse kaufen, die Deutsche Börse hat dafür eigens ein Börsensegment geschaffen. Durch das allgemein niedrige Zinsniveau sind auch die Renditen der grünen Anleihen stark gefallen. Bei staatlichen Greenbonds gibt es praktisch keine Ertragschancen mehr.
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Über Mikrokredite können sich Privatanleger direkt für Entwicklungsprojekte in vielen Ländern Asiens oder Lateinamerikas engagieren: Sie werden in der Regel von sogenannten Mikrofinanzinstituten (MFI) vor Ort vergeben. Die Kredite gehen an Menschen, die keine „Bonitätsprüfung“ erfolgreich durchlaufen würden. Dennoch sind die Ausfallquoten der Kredite, also das Verhältnis der nicht erfolgten Rückzahlungen, sehr niedrig.

Die Banken, die diese Kredite vergeben, sind oft staatlich oder von multinationalen Organisationen wie der UN, aber auch von Non-Profit-Organisationen getragen. Die Kirchen haben sich ebenfalls bereits seit Jahrzehnten in dieser Form der Entwicklungshilfe engagiert. Der bengalische Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus hat für die Idee der Mikrokredite 2006 den Friedensnobelpreis erhalten.

Für Anleger in Deutschland bieten sich eine Handvoll Mikrofinanzfonds an, über die man in Mikrokredite investieren kann. Die Produkte weisen sehr geringe Wertschwankungen auf, liefern allerdings auch eher moderate Renditen zwischen einem und drei Prozent jährlich. Die Fondsanteile werden in der Regel direkt über die Fondsgesellschaften gehandelt. Eine Rückgabe der Anteile ist nur monatlich oder sogar nur quartalsweise möglich.
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Crowdinvesting hat sich in den vergangenen Jahren als alternative Finanzierungsquelle für viele Start-up-Gründer oder kleinere Unternehmen etabliert. Auch in Projekte mit nachhaltigem Ansatz kann man in Deutschland inzwischen über Crowdinvesting-Plattformen investieren.

Mehrere Dutzend Crowdinvesting-Plattformen geben Unternehmen oder Projektentwicklern die Möglichkeit, sich und ihre Geschäftsidee vorzustellen und Investoren dafür zu finden. Eine Reihe von Anbietern ist spezialisiert auf ökologische oder soziale Investments. Die bekanntesten sind Bettervest und WiWin. Noch machen Energie- und Umweltprojekte nur einen kleinen Teil des gesamten Crowdinvesting-Marktes aus, der Anteil wächst aber stetig.
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Claudia Müller, Finanzcoach und Bloggerin von FemaleFinanceForum

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Grüne Strategien

Viele Fonds und Anleihen, aber auch Unternehmen schmücken sich inzwischen mit dem Label „nachhaltig“. Für Anleger ist es oft schwierig, aus dem großen Angebot der Anlagemöglichkeiten auszuwählen. Das gilt auch deshalb, weil es keine verbindliche Festlegung davon gibt, was wirklich als nachhaltiges Investment bezeichnet werden darf.

Als Anleger kann man verschiedene Auswahltechniken anwenden, um Fonds oder Aktien zu filtern. Diese Techniken werden auch von großen Investoren wie Vermögensverwaltern, Stiftungen und Pensionsfonds genutzt, um nachhaltige Finanzprodukte zu finden.
Nun gibt es verschiedene Wege oder Strategien, die Anlageprodukte für seine Standards zu sortieren.


Claudia Müller, Finanzcoach und Bloggerin, spricht im Folgenden über die Herangehensweise beim grünen Investieren und räumt mit Vorurteilen auf.




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Claudia Müller, Finanzcoach und Bloggerin von FemaleFinanceForum

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Am einfachsten kann man durch Ausschluss- oder Negativ-Kriterien eine Vorauswahl treffen. Dabei werden zum Beispiel bestimmte Branchen aus der weiteren Suche ausgeschlossen. Das können Branchen wie Tabak, Rüstung oder Glücksspiel sein. Aber auch die Bereiche fossile Energien, Atomkraft oder Gentechnik. Auch Unternehmen mit industrieller Tierhaltung, ungenügenden Arbeitsschutzbestimmungen oder Kinderarbeit, können zu einem Ausschluss führen.

Bei Unternehmen können auch die Diskriminierung von Frauen, Kinderarbeit oder gesundheitsschädliche Produktionsbedingungen Gründe für einen Ausschluss sein. Das gilt auch für ganze Staaten: Menschenrechtsverstöße, Korruption oder die Benachteiligung ethnischer Minderheiten können etwa Ausschluss-Kriterien sein.

Einfache Ausschlusskriterien von einer oder zwei Branchen oder Wertenormen führen noch nicht zu einem „echten“ nachhaltigen oder verantwortlichen Investment, meinen Kritiker. Wer Anlageprodukte kritisch unter die Lupe nimmt, sollte daher genau betrachten, welche und wie viele Ausschlüsse bei einem Aktien- oder Anleihe-Fonds wirklich genutzt werden. Und ob sie mit weiteren Auswahlverfahren zur Nachhaltigkeit ergänzt werden.
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Beim „Positiv-Screening“ wird die Auswahl genau umgekehrt getroffen. Hier werden einzelne Branchen, Regionen oder Unternehmen nicht ausgeschlossen, sondern es werden bestimmte Branchen oder Firmen definiert, in die gezielt investiert werden soll. So kann eine Positiv-Auswahl vorgeben, dass nur in Unternehmen investiert wird, die Umweltaspekte ernst nehmen oder ethische Standards erfüllen.

Auch eine besondere Förderung von Mitarbeitern oder eine hohe Quote von Frauen in Führungspositionen können Teil eines solchen Positiv-Screenings sein.

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Positiv-Auswahlverfahren geschehen sehr oft unter Anwendung von ESG-Rankings. Dabei werden Umwelt-Kriterien (Environment), soziale Belange (Social) und eine gute Unternehmensführung (Governance) berücksichtigt. ESG-Daten bieten einen schnellen Blick auf den Zustand von Unternehmen oder Staaten.

Allerdings gibt es keine einheitlich festgelegten Kriterien. So kann jede Ratingagentur, jede Bank und jeder Fondsmanager eigene ESG-Kriterien festlegen. Es ist ratsam, die Kriterien genau unter die Lupe zu nehmen und zu vergleichen.
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Beim Best-in-Class-Ansatz werden Unternehmen herausgefiltert, die in ihrer jeweiligen Branche als die nachhaltigsten oder die verantwortlichsten gelten. Bei der Unternehmensbewertung geht es zum Beispiel um ein gutes Umweltmanagement, einen bewusst niedrig gehaltenen Ressourcenverbrauch oder Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter.

Ein hoher „Score“ in dieser Hinsicht sorgt also dafür, dass ein Unternehmen in einen Nachhaltigkeitsfonds oder einen Index aufgenommen wird. Welcher Branche das Unternehmen angehört, ist dabei erst einmal unwichtig. Das heißt, dass auch ein Ölmulti oder ein Autohersteller in einem reinen Best-in-Class-Ansatz als „nachhaltig“ gelten kann.

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Beim Best-of-Class-Verfahren wird von vornherein nur in bestimmte Branchen investiert, die als nachhaltig gelten. Aus diesen vorausgewählten Bereichen werden dann die besten Aktien herausgefiltert. Allerdings unterscheidet ein „einfacher“ Best-of-Class-Ansatz dann innerhalb der nachhaltigen Branchen nicht mehr weiter, etwa nach ESG-Kriterien. Stattdessen wird dann mehr Wert auf finanzielle Kennzahlen bei den Unternehmen gelegt.


In der Praxis wird zuerst ein Ausschlussverfahren im Best-of-Class-Sinne durchgeführt. Damit fallen etwa Branchen wie Rüstung, Tabak, Atomenergie oder Öl und Gas aus der weiteren Selektion heraus. Erst danach wird nach dem Best-in-Class-Prinzip gefiltert. So werden schließlich aus den ökologisch, ethisch und sozial vertretbaren Branchen die jeweils nachhaltigsten herausgefiltert.


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Alle nachhaltigen Anleger sind engagierte Anleger. Doch beim Engagement-Ansatz geht es ganz konkret darum, mit Unternehmen in den Dialog zu treten und damit sogar Einfluss auf die Geschäftspolitik auszuüben. Dabei geht es darum, zum Beispiel auf die Verbesserung der Umweltbilanz eines Unternehmens hinzuweisen oder auch die bessere Förderung von Mitarbeitern anzumahnen.

Engagement kann sich zum Beispiel auf Hauptversammlungen von Unternehmen abspielen. Aktionäre haben ein Rederecht auf den jährlichen Versammlungen und können dort ganz gezielt einzelne Themen ansprechen. Außerhalb der Aktionärstreffen bestehen weitere Möglichkeiten, mit dem Unternehmen und seinem Management ins Gespräch zu kommen. Das kann über Einzelgespräche mit Vorstand, Aufsichtsrat oder Arbeitnehmervertretung geschehen, auf Investorentagen oder Analystentreffen, bei denen das Management seine Geschäftsstrategie vorstellt und diskutiert.

Für einzelne Privatanleger sind die Einflussmöglichkeiten per Engagement natürlich eingeschränkt. Über Aktionärsorganisationen können sie aber durchaus Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen.
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Beim Impact (zu Deutsch: Wirkung oder Einschlag) geht es dem Investor darum, gezielt in einzelne Projekte zu investieren und sie zu fördern. Das können Investitionen in Umwelt- oder Energieprojekte sein, in Bildungs- oder in Gesundheitseinrichtungen. Über so genannte Mikrokredite kann der Anleger auch Kleingewerbetreibende oder Landwirte in weniger entwickelten Ländern unterstützen. Der Effekt solcher Engagements soll möglichst transparent und messbar sein, also „Wirkung“ im Sinne von Veränderung erzielen. Dies kann etwa die Verringerung von CO2-Emission sein, also den ökologischen Fußabdruck zu schmälern.

Impact-Investing entwickelt sich gerade erst, für Privatanleger gibt es zum Beispiel erste reine Impact-Fonds. Sie sind in der Regel auf die Wirkung in einem speziellen Thema ausgerichtet, etwa dem Bereich Mobilität oder dem der erneuerbaren Energie. Auch über Direktinvestments in soziale oder umweltbezogene Projekte kann ein direkter Impact erreicht werden.
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Ali Marsawah, Chefredakteur Morningstar

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Sich kurzfristig wohlfühlen, aber langfristig die Wirkung vergessen - eine Gefahr, die Dr. Hendrik Leber, Geschäftsführer von ACATIS, beim Impact-Investing sieht.

Impact soll eben nicht nur kurzsichtig und für das gute Gewissen sein, sondern langfristige Veränderungen nach sich ziehen.

Deshalb sollte man sich die Projekte, in die man investieren möchte, genau ansehen. Denn kleine Projekte, die einen starken Impact-Fokus haben, können volatiler sein. Eine breite Streuung und die damit einhergehende Diversifikation kann hier helfen. 

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Dr. Hendrik Leber, Geschäftsführer ACATIS

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In der Praxis werden verschiedene Auswahlstrategien oft miteinander verbunden. Viele Fondsmanager geben sich nicht mit reinen Ausschluss-Verfahren zufrieden. So folgt auf einen Ausschluss bestimmter Branchen oft ein Filter, der als Best-in-Class-Ansatz geeignete Unternehmen aus dem verbliebenen Aktien-Universum heraus sortieren soll.

Ein Privatanleger, der sich über die Auswahlstrategien in einem Fonds informieren will, muss ins Kleingedruckte schauen. In den Fondsprospekten und -berichten geben die Gesellschaften idealerweise Aufschluss darüber, welche Auswahlmethode genutzt wird. Entscheidungen für oder gegen eine Aktie oder Anleihe sollten dort begründet werden und nachvollziehbar sein.

Wer einzelne Aktien filtern will, kann ebenfalls zunächst bestimmte Branchen aus seiner Auswahl ausschließen. Danach kann er sich die Firmen mit den interessantesten Produkten in Sachen Umweltschutz, erneuerbare Energien oder ökologische Landwirtschaft für sein individuelles Investment herauspicken.
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Kriterien & Standards

Auch bei Finanzprodukten wie Investmentfonds oder Aktien spielt Nachhaltigkeit inzwischen eine große Rolle. Unternehmen achten immer mehr auf Umweltschutz, Menschen- und Arbeitnehmerrechte und nicht zuletzt eine gute Unternehmensführung. Investoren, die Aktien oder Fondsanteile kaufen, legen immer mehr Wert auf „grüne“ Aspekte bei ihrer Geldanlage. Das gilt seit einigen Jahren vor allem für Großinvestoren wie Versicherungen, Pensionskassen oder auch Kirchen.
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Wie nachhaltig ein Unternehmen arbeitet oder auch ein Finanzprodukt ist, das versuchen Experten wie Rating-Agenturen entlang von drei Aspekten abzuklopfen: Neben dem Umgang mit der Umwelt (environment) und dem Umgang mit Mitarbeitern oder Lieferanten (social) geht es dabei auch um Fragen des Managements eines Unternehmens (governance).

Das Kürzel ESG ist in den vergangenen Jahren der wichtigste Maßstab bei der Beurteilung von Nachhaltigkeit geworden. Dutzende von Kriterien für jeden der ESG-Faktoren werden bei der Beurteilung unter die Lupe genommen, wer wie nachhaltig in der Welt der Unternehmen und Finanzen agiert.

Allerdings gibt es noch keine einheitlichen ESG-Kriterien. 

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Dr. Hendrik Leber, Geschäftsführer ACATIS

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Ob ein Unternehmen im Sinne der ESG-Kriterien nachhaltig arbeitet, ist eine wichtige Frage für Anleger. Aber auch die unternehmerischen Ziele selbst spielen für Investoren eine immer wichtigere Rolle. Dabei dienen die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die Sustainable Development Goals (SDG), als wichtige Orientierung. Das sind 17 Teilzeile, die der Weltgemeinschaft, aber auch Investoren als Leitschnur dienen können: Welche Firma hilft dabei, Armut und Hunger zu bekämpfen, welche macht sich um Gesundheit, Bildung und Geschlechtergleichheit verdient? Nachhaltiges Investieren versucht das immer mit zu berücksichtigen.

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Dr. Hendrik Leber, Geschäftsführer ACATIS

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ESG-Kriterien zu beachten, sorgt nicht automatisch für eine höhere Rendite. Und auch durch den Ausschluss von manchen Branchen oder Firmen verschenkt man Rendite, so Dr. Leber.

Allerdings hat er auch beobachtet, dass Firmen mit einem hohem Nachhaltigkeitsanteil, also Firmen, die einige SDG-Kriterien erfüllen, deutlich besser performen, als der breite Durchschnitt.
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Dr. Hendrik Leber, Geschäftsführer ACATIS

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Das Kürzel SRI begegnet vielen Anlegern auf der Suche nach nachhaltigen Geldanlagen. Die Abkürzung steht für „Socially Responsible Investment“, also gesellschaftlich verantwortliches Investment.

Fonds, Aktien- und Rentenindizes die oft unter den Begriff nachhaltig subsummiert werden, sind oftmals mit einem SRI-Label versehen.  

Tatsächlich umfassen SRI-Anlagen sowohl „streng“ ausgewählte Produkte, bei denen teils mehrere hundert Einzelkriterien geprüft werden. Zum anderen gelten Produkte aber auch schon dann als „verantwortlich“, wenn lediglich einige Ausschluss-Kriterien, angewandt werden. Wenn also in einem Index Rüstungsaktien oder Staaten mit hohen Werten in Sachen Korruption aus dem Portfolio ausgeschlossen werden.
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Die Goethe-Universität Frankfurt veröffentlichte 1997 in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim in Stuttgart unter der Leitung des Sozialethikers Johannes Hoffmann einen Leitfaden, der zeigt, wie fein ein Kriterienkatalog für nachhaltige Geldanlagen sein kann.

Aus der aktuellen Fassung von 2009 gehen mehr als 800 Bewertungskriterien für Unternehmen hervor, die auch von Ratingagenturen und Fondsgesellschaften genutzt werden.

Für Privatanleger kann dieser Leitfaden beim Lesen des Nachhaltigkeitberichtes helfen und als Vergleich herangezogen werden. 
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