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Los geht's

Telekom-ABC

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Die Telekom hat bewegte Zeiten hinter sich. Vor zwanzig Jahren ging sie an die Börse und hat seitdem unglaubliche Höhen und Tiefen erlebt.

Ihre Geschichte von A bis Z. 

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Ron Sommer hatte einen großen Traum: Die Telekom - ein Global Player. Deshalb ging der Visionär auf Einkaufstour. Im Jahr 2000 erwarb er Voicestream. Für rund 30 Milliarden Dollar. Es war die mit Abstand teuerste Übernahme in der Geschichte des Bonner Konzerns. Für Ron war sie doppelt teuer – kostete der Zukauf doch seinen Job. Den Konzern trieb's an den Rand der Überschuldung. Alle schimpften damals. Die US-Expansion sei ein strategischer Fehler. Mittlerweile ist man dankbar über Rons Schachzug. Denn der Telekom rennen die Kunden weg - einzig T-Mobile US, wie Voicestream jetzt heißt, läuft gut. Es ist der Wachstumsmotor des Konzerns. 

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Die Geschichte der T-Aktie ist eine Geschichte der kollektiven Irrtümer. Zu Beginn des Börsenlebens gab's haufenweise Lob. Analysten rieten fast durchweg zum Kauf. Das wundert kaum, weil die meisten Banken in dem  riesigen, die Emission begleitenden Konsortium waren. Aber auch die Medien waren auf breiter Front euphorisch: "Die Aktie ist zum Erfolg verdammt", hieß es plakativ. Und selbst Börsenguru Andre Kostolany empfahl die T-Aktie für seine Schlaftabletten-Therapie. Doch das T-Investment wurde zum Debakel.


Was denken Journalisten und Analysten heute über die T-Aktie? Mehr dazu in unserem Special "20 Jahre T-Aktie".



















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Am Anfang war das Chaos. Toll-Collect, das Maut-Projekt, das die Telekom im Verbund mit DaimlerChrysler entwickelte, war zu Beginn das reinste Desaster. Im August 2003 sollte es starten - doch es funktionierte so gut wie nichts. Auch der zweite Versuch im November 2003 musste abgeblasen werden. Lange Zeit gab es wegen technischer Probleme nichts als schlechte Presse. Und dann auch noch Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe. Erst im Januar 2005, eineinhalb Jahre später als geplant, ging Toll-Collect an den Start. Solche Chaos-Tage scheinen nicht unüblich bei der Telekom - oder wie war das noch gleich beim Bundesliga-TV? 

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4,68 Milliarden T-Aktien gibt es insgesamt.

33,10
- der erste Kurs der T-Aktie - in Mark, nicht Euro.

4,2 Millionen Euro hat Timotheus Höttges 2015 etwa verdient. Am Tag sind das über 11600 Euro. Das wäre schon ein sehr großzügiges Monatsgehalt für die meisten Deutschen.

360.000 Privatanleger haben 1996 mit der T-Aktie das erste Mal eine Aktie gekauft.

55 Cent Dividende bekam ein T-Aktionär 2015 pro Aktie.

40,4 Millionen Deutsche nutzen die Telekom als Mobilfunkanbieter, Tendenz steigend.

ABER

20,2 Millionen Festnetzkunden hat die Telekom in Deutschland. Das sind 6 Millionen weniger als noch vor sieben Jahren.




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Das ist türkisch und heißt in etwa "der äußere Schein". Der schien beim Börsengang der Telekom zu trügen. Wurde doch der Eindruck vermittelt, dass die Anleger in ein sicheres Unternehmen investieren. "Der ehemalige Staatskonzern hat mehr Schulden als die Türkei!" beklagten damals  Kritiker wie die britische Investmentbank Barclays de Zoete Wedd. Den Konzern selbst schienen die 110 Milliarden Mark keinesfalls zu sorgen. Im Gegenteil: Statt Schulden abzubauen, hatte Wachstum oberste Priorität.

30 Milliarden Euro für Voicestream? Kein Problem! UMTS - 8 Milliarden? Da sind wir dabei. So wuchs der Schuldenberg immer weiter.

Mitte 2001 waren es 67 Milliarden Euro. Sommer-Nachfolger Kai-Uwe Ricke trug Teile des Schuldenbergs ab - dafür kam die Expansion fast völlig zum Erliegen. Schaffte die Telekom bis dahin ein prozentual zweistelliges Wachstum, hielt sie sich in den folgenden Jahren nur knapp über der Nulllinie.

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...heißt es mittlerweile nicht mehr, wenn man die Telekom-Hotline in Deutschland anruft - stattdessen "Bitte warten Sie". Das dürfte auch dem "Verein Deutsche Sprache" gefallen. Die Sprachschützer zeichneten bereits zweimal Vorstandschefs der Deutschen Telekom wegen des häufigen Einsatzes von "Denglisch" mit dem Negativ-Preis "Sprachpanscher des Jahres" aus. 1998 bekam Ron Sommer für Sprachkreationen wie "Sunshine-" und "Moonshine“-Tarife und für "City-Calls", "Free-Calls", und "German-Calls" den Preis.  2011 war
dann Rene Obermann an der Reihe. Bezeichnungen wie "Entertain Comfort" bis hin zu "Call & Surf Mobile Friends" verhalfen ihm zur "Auszeichnung".

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April 1999: Ron Sommer will seinen Konzern mit der Telecom Italia zur weltweiten Nummer zwei der Branche fusionieren. Es wäre der erste Schritt in Richtung Internationalisierung des Konzerns. Die Braut ist recht angetan. Sucht sie doch dringend einen rettenden "Weißen Ritter", um die feindliche Übernahme durch Olivetti abzuwehren. Doch die Telekom kommt nicht zum Zug. Olivetti macht das Rennen. Mitte 2000 der zweite Vorstoß in Richtung Italien: Die Telekom bandelt mit Tiscali an. Gemeinsam mit dem neuen Partner will man eine UMTS-Lizenz für Italien ergattern. Doch auch das schlägt fehl. Den Italienern sind die Deutschen wohl zu "arrogant" und "dominant". Dafür gelingt der Telekom im gleichen Jahr der Schritt in Richtung USA. 

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Viele Anleger der dritten Tranche wollten ihre teils horrenden Verlust nach dem dramatischen Kursverfall der T-Aktie nicht hinnehmen. Sie klagten. 15 Jahre läuft der Prozess. Mittlerweile hat der Bundesgerichtshof einen Fehler im Prospekt der Telekom anerkannt. Jetzt muss das Oberlandesgericht entscheiden. Ob die Telekom wirklich mit Absicht den Fehler verursacht hat und vor allem, ob der Fehler überhaupt Einfluss auf den Aktienkurs hatte. Mittlerweile ist der so genannte Musterkläger, ein Rentner aus Schwaben, gestorben. Der Fall des Telekom-Aktionärs wird stellvertretend für die vielen anderen vor Gericht behandelt. Trotz dieser Entwicklung wird der Prozess fortgesetzt. Egal wie das Urteil lauten wird - eine Revision an den Bundesgerichtshof ist sicher.

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"Das ist der helle Wahnsinn, was die Telekom alles drauf hat." - Manfred Krugs Begeisterung löste 1996 einen wahren Run auf die T-Aktie aus. In der millionenschweren Werbekampagne schallte der als Anwalt "Liebling Kreuzberg" und Tatort-Kommissar beliebte Schauspieler in alle Wohnzimmer: "Die Telekom geht jetzt an die Börse, da geh' ich mit." Jahre später schimpften viele auf Krug. Der Fernsehliebling reagierte ungehalten: Er habe wohl "den Hals nicht voll kriegen können", sagte er einem enttäuschten Kleinanleger. Sonst hätte er die Aktie längst verkauft. Später zeigte Krug Reue. Wie zur Entschuldigung wies er auf seine eigenen Verluste mit der T-Aktie. Den zwanzigjährigen Geburtstag der Aktie erlebt Krug nicht mehr: Am 21. Oktober diesen Jahres verstarb er im Altern von 79 Jahren.

Der Original-Werbespot von Manfred Krug ist leider nicht mehr aufzufinden. Hier sehen Sie Teile aus dem Spot, zusammengeschnitten aus alten Fernsehbeiträgen.

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Dauert's mal wieder etwas länger? Kleine Gemeinden in Deutschland teilen seit Jahren die Bürde der langsamen Internetverbindung. Da besteht Nachholbedarf. Vor allem, wenn die Telekom ihre Stellung in Deutschland behaupten will. Dort holt Vodafone langsam auf. Um gleichzuziehen, müsste die Telekom die "letzte Meile" Kabel neu verlegen. Und zwar die zwischen Verteilerkasten und Kunden. Neue Techniken funktionieren mit den veralteten Kupferkabeln nicht. Glasfaserkabel würden das Problem lösen. Das würde aber hohe Investitionen erfordern. 

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Wie symbolisiert man, dass aus der Behörde Deutsche Bundespost ein flexibles Unternehmen der Privatwirtschaft geworden ist? Die Lösung fand die Agentur Zintzmeyer & Lux: Das alte Gelb wurde beerdigt, Magenta hielt Einzug. Damit wurde erstmals eine Farbe einem bestimmten Unternehmen "zugeschlagen".

Mischt man neu und alt, also Magenta und Gelb, ergibt das Rot. Auch mit dieser Farbe machte die Telekom nähere Bekanntschaft. Im Jahr 2001 schrieb sie ihre Bilanz in roter Tinte. Es war der höchste Verlust in der deutschen Wirtschaftsgeschichte: 24,6 Milliarden Euro. Grund waren Abschreibungen beim Mobilfunkgeschäft in den USA. Von da an mussten die T-Aktionäre lernen, ohne Dividende auszukommen - zwei Jahre lang.

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"Ich habe heute auf allen Telefonen in der Firma die Zeitansage in China angerufen und die Hörer danebengelegt, um den Kurs der T-Aktie zu stützen." Kein Wunder, dass die Telekom immer wieder aufs Korn genommen wird. Mit Humor lebt es sich leichter, Witze vertreiben die T-Aktien-Depression. Auch in den "Telenobbies" in der Morgenshow des NDR-Senders N-Joy bekommt der Magenta-Konzern sein Fett weg. In dieser Parodie auf die Teletubbies verspottete Moderator Norbert Grundei die Telekom, T-Online und den ganzen Rest.

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"Mein Name ist Online - Robert T-Online", schnarrte es à la James-Bond auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie fast überall. Was Manfred Krug für die T-Aktie war, wurde die Kunstfigur Robert T-Online für das IPO der Internet-Tochter der Telekom. Später warb der Max-Headroom-Verschnitt auch für die neue DSL-Technik. Das Verrückte: Den DSL-Anschluss gab es nicht etwa bei T-Online, sondern bei der Festnetztochter T-Com. T-Online bot nur die dazugehörige Flatrate an. Gab es Probleme mit dem Anschluss, durften sich die Kunden mit zwei Ansprechpartnern auseinandersetzen - Service nach Telekom-Art.

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Moment mal - das Millionen-Wort ist doch untrennbar mit der Deutschen Bank verbunden. Was haben Peanuts dann im Telekom-ABC zu suchen? Viel! Schuld ist die Deutsche Bank. Das Kreditinstitut verpasste der T-Aktie nämlich einen Hieb unterhalb der Gürtellinie. Im August 2001 empfahl die Deutsche Bank das Papier erst zum Kauf. Und nur einen Tag später verkaufte sie ein riesiges Aktienpaket. Im Auftrag eines Großaktionärs stieß sie rund 44 Millionen T-Aktien ab. So viel zur Objektivität der Empfehlungen von Finanzhäusern, die selbst am Marktgeschehen beteiligt sind.

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Die Worte sind längst Kult. Und sie sind untrennbar mit der Telekom verbunden. Radprofi Udo Bölts (vorne) schrie seinen Kapitän Jan Ullrich mit "Quäl Dich, Du Sau" zum Tour-de-France-Sieg. Das war 1997. Inzwischen ist das Sieger-Image des Team Telekom-Mannes angekratzt - Jan Ulrich, das radelnde T und hier im gelben Trikot zu sehen, hat zugegeben, gedopt zu haben. Nach den Doping-Enthüllungen im eigenen Team hat die Telekom 2007 nach 16 Jahren das Sponsoring im Radsport vorzeitig beendet. 

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Mai 2002: Ron Sommer steht auf der Hauptversammlung unter Beschuss. Es hagelt Pfiffe und Buh-Rufe. Kein Wunder: Die T-Aktie steht nahe ihrem Allzeittief, ein Ende der roten Zahlen ist nicht in Sicht. Dabei hatten doch viele Banker die T-Aktie damals als lohnendes Investment gelobt. Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Schließlich ist die sicher geglaubte Altersvorsorge dahin. Auf der Hauptversammlung schelten Aktionärsschützer die T-Aktie als "hochriskantes Zocker-Papier" und als "Investment für Masochisten". Was besonders empört: Der Telekom-Vorstand genehmigte sich eine 90-prozentige Gehaltserhöhung.

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Was haben die Internet-Adressen t-offline.de, t-beutel.de, t-wurst.de oder t-kanne.de gemeinsam? Sie alle gehören der Deutschen Telekom. Aus Sorge, den Rechtsschutz an den diversen Marken mit dem großen T zu verlieren (T-Com, T-Online, T-Mobile), hat der Konzern in den vergangenen Jahren immer wieder Prozesse geführt. Die Folge ist praktisch ein Monopol am Buchstaben T.

Das heißt, nicht ganz: t-sieb.de, t-uhr.de, t-kanne.de oder t-loeffel.de sind nicht von der Telekom registriert. Hier waren findige Privatpersonen schneller. Vielleicht hoffen sie ja darauf, dass die Telekom ihre Portokasse öffnet?

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Für Millionen Deutsche war es das erste Mal - als Aktionär. Anfangs war alles rosarot. Die Liaison mit der Telekom schien ein Happy End zu haben. 28,50 Mark kostete anno 1996 eine T-Aktie. Dazu gab’s Rabatt und Treueaktien. Und dann kletterte die T-Aktie auch noch steil nach oben. Mutig geworden kauften Anleger nach: 1999 bei der zweiten Tranche zu knapp 40 Euro das Stück, ein Jahr später bei der dritten Tranche sogar zu 66,50 Euro. Im Frühjahr 2000 erreichte die T-Aktie einen Rekord von 104,90 Euro.

Doch dann begann das Debakel, abwärts im freien Fall. Selbst die Durchhalteparolen von Ron Sommer (hier zu hören), halfen der Aktie nicht. Das absolute Tief erreichte die Aktie 2012 bei knapp 7 Euro. Als Vorstandsvorsitzender hat Ron Sommer dies nicht mehr erlebt.

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Eigentlich heißt es ja "Universal Mobile Telecommunications System". Doch weil die Versteigerung der UMTS-Lizenzen für den Staat völlig unverhofft zum Milliarden-Reibach wurde, kam es zu kreativen Umschreibungen des Begriffs. D1, D2, E-Plus, Viag Interkom, Mobilcom und 3G trieben den Preis nach oben. Die Telekom verzockte sich. Sie zahlte das meiste (16,58 Milliarden Mark), ersteigerte aber nur zwei Frequenzpakete statt drei. Freuen konnte sich Finanzminister Theo Waigel - über fast 100 Milliarden Mark.

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In den letzten Jahren scheint sich die Telekom zu erholen. Die Tiefschläge der Nuller Jahre sind fast vergessen: Es wird wieder Umsatz gemacht. Und das dank der einst so ungeliebten Tochter T-Mobile US, das frühere Voicestream.

Trotzdem: In Deutschland verliert die Telekom weiter Kunden. Zwar steigen die Zahlen der Mobilfunk-Kunden, die Festnetz-Kunden laufen der Telekom aber weg. Einen Erfolg konnte der Konzern dieses Jahr feiern: Der Umsatz im Festnetzgeschäft ist das erste Mal seit 20 Jahren nicht gesunken. Auch die Entwicklung der T-Aktie ist stabil. Zurzeit bewegt sie sich in einem Korridor zwischen 14 und 17 Euro.  

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Am 18. November 1996 war noch richtig Sommer. Stimmungsmäßig jedenfalls. Und auch personell - Ron Sommer war am ersten Börsentag allerorten, Frankfurt, New York... Zwar wurde der als Sonnenkönig titulierte Telekom-Boss bisweilen als arrogant beschrieben. Doch erreichte er zunächst eine gewisse Beliebtheit. Das änderte sich mit Kursverfall, roten Zahlen und Voicestream. 2002 kam das Aus für den T-Chef. 2006 kehrte er zwar durch die Hintertür zurück: Der Finanzinvestor Blackstone stieg nämlich bei der Telekom ein, und dort sitzt der Ex-Boss im Beirat.
Der Telekom geht's mittlerweile besser als noch vor zehn Jahren. Doch Sommerstimmung ist noch nicht wieder eingekehrt.

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Das ABC zeigt: Die Telekom ist gerne groß. Sie blickt zurück auf den größten Börsengang ihrer Zeit, die größte Werbekampagne ihrer Art, aber auch auf den größten Anlegerprozess Deutschlands. So positiv und negativ das sein mag, die Telekom ist heute "XXL" in der Welt. 156 Millionen Mobilfunk-Kunden, 29 Millionen Festnetz-Kunden und mehr als 18 Millionen Breitbandanschlüsse machen die Telekom zu einem der größten Telekommunikationsunternehmen. Sie hat Standorte in über 20 Ländern und ist in mehr als 50 Ländern vertreten. Im Endeffekt geht Ron Sommers Rechnung wohl auf: Die Bezeichnung "Global Player" hat sich das Unternehmen verdient.

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Der FC Bayern hat fast schon ein Monopol auf den Meistertitel. Deshalb sponsert wohl auch die Telekom das Team seit 2002 - schließlich würde sie ihre Gegner gern genauso leicht vom Platz fegen. Die Hoffnung auf einen positiven Imagetransfer lässt sich der Bonner Konzern jährlich etwa 35 Millionen Euro kosten. Das Blöde ist nur: Scharen von Fußballfans würden den Bayern am liebsten die rote Karte zeigen. Ob das förderlich ist fürs Image der Telekom? Oder passt es gerade deshalb so gut? Schließlich laufen der Telekom die Kunden weg.

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"Das Telekom-ABC" ist ein Multimedia-Projekt von boerse.ARD.de

Fotos: picture alliance / dpa, colourbox, Imago

Videos: ARD - Archiv

Redaktion: Mark Ehren, Bettina Seidl, Anja Lordieck

Grafik und Bildredaktion: Hannes Möller und Martin Brandt

Schnitt: Julian Herbst

Impressum von boerse.ard.de

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Die erste deutsche Volksaktie war nicht etwa Volkswagen, wie viele meinen, sondern die Preussag-Aktie. Die ersten Aktien "Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft" wurden 1959 zu 145 Mark das Stück ausgegeben. Anders als bei der T-Aktie stand bei diesem Börsengang nicht das Löcherstopfen im Staatshaushalt im Vordergrund. Vielmehr wollte man die Bevölkerung animieren, sich an Firmen zu beteiligen und damit die Vermögensbildung stärken. Preussag ist inzwischen vorm Kurszettel verschwunden - aus dem Montanunternehmen wurde der Reisekonzern TUI.

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1961 kam die VW-Aktie an die Börse. "VW-Aktien als Weihnachtsgeschenk", titelte das Handelsblatt. Um den Verkauf anzukurbeln, gab es einen Preisnachlass. Anders als bei der Telekom kamen bei Volkswagen aber nur Einkommensschwächere in den Genuss dieses Sozialrabatts. Verheiratete durften maximal 12.000 Mark im Jahr verdienen - nach heutigen Maßstäben wären das 25.000 Euro.

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Als nächste Volksaktie war Veba an der Reihe. Die ersten Papiere des Stromriesen wurden 1965, die letzten 1987 auf den Markt gebracht. Mit rund 2,6 Millionen Aktienkäufern war Veba damals die Gesellschaft mit der größten Zahl von Anteilseignern in Deutschland und Europa. Veba fusionierte mit Viag im Jahr 2000 zum Energieriesen Eon. 

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1966 geht die Lufthansa mit einem Teil ihrer Aktien an die Börse. Schritt für Schritt werden weitere Anteile des Bundes veräußert. Erst am 13. Oktober 1997 ist der Konzern voll privatisiert. Wer bei der letzten Tranche zugriff, hatte ein ähnliches Wechselbad der Gefühle zu erleiden wie bei der Telekom. Nach einem rasanten Aufstieg stürzte die Lufthansa-Aktie steil ab.  

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1996 ist es dann so weit für die T-Aktie. Die Telekom ist neben Post und Postbank eine von drei großen AGs, die aus der alten Bundespost entstehen. Die Aktienzeichnung wird das Volksereignis. Nicht nur dank Frühzeichnerrabatten und Treueprämien, sondern auch dank einer nie dagewesenen Werbekampagne: Schauspieler Manfred Krug lockte mit lockeren Sprüchen Millionen ehemaliger Aktienmuffel in ein Investment bei der Telekom.

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Im Jahr 2000 wird der zweite Ableger der alten Bundespost, die Deutsche Post, als Volksaktie verkauft. Nach dem Vorbild der Telekom mit ähnlich großem Werberummel - nur dass nicht "Manni", sondern Thomas Gottschalk mit seinem Bruder für die "Aktie Gelb" warben. Im Vergleich zur T-Aktie hat sich für die Aktionäre der ersten Stunde das Investment deutlich mehr gelohnt. Die "Aktie Gelb“ notiert solide über ihrem Ausgabepreis von 21 Euro. Zudem gab es für Anleger, die innerhalb der ersten zwei Wochen der Zeichnungsfrist Post-Aktien bestellten, einen Rabatt von 50 Cent je Aktie. Für treue Post-Aktionäre, die ihre Papiere früh orderten und außerdem bis Ende November 2002 behielten, gab es je 15 zugeteilte Post-Aktien eine so genannte "Bonusaktie". 

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2004 ist es dann auch für den dritten Abkömmling aus dem Post-Imperium so weit: Die Anteilsscheine der Postbank feiern ihr Börsendebüt mit einem Ausgabepreis von 28,50 Euro. Doch das Börsendasein ist für die Postbank bereits Geschichte. Denn der spätere Großaktionär Deutsche Bank nahm die Postbank inzwischen von der Börse. Die verbliebenen freien Aktionäre wurden im Rahmen eines so genannten "Squeeze-out" aus dem Unternehmen gedrängt. Sie erhielten eine Abfindung von 35,05 Euro je Aktie.

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Auch bei einer anderen Privatisierung bewiesen die deutschen Privatanleger ein glückliches Händchen: bei der Fraport AG, der Betreiberin des Frankfurter Flughafens. Seit dem Börsengang im Jahr 2001 stieg der Kurs von rund 35 Euro auf etwa 50 Euro. Nur während der Finanzkrise schwächelte das Papier. 

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Erster Chef des Konzerns war Helmut Ricke, der Vater des späteren Telekom-Chefs Kai-Uwe Ricke. Er stand von 1990 bis Dezember 1994 an der Spitze. Offiziell trat er aus "persönlichen Gründen" zurück. Doch es hieß, er sei verbittert über die misslungene Postreform II, vor allem über den weiter bestehenden Einfluss der Politik auf unternehmerische Entscheidungen.

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Sonnenkönig und Sündenbock: Ron Sommer kämpfte seit 1995 um die globale Vorherrschaft der Telekom. Innerhalb von sieben Jahren machte er die Wandlung vom Hoffnungsträger zum Buhmann durch. 2002 musste er sich geschlagen geben.

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Die Zeit der Suche nach einem neuen Chef überbrückte Helmut Sihler. Er übernahm 2002 für ein halbes Jahr den Posten des Interimschefs. Der damals 72-Jährige war der älteste Chef eines Dax-Unternehmens.

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Dann kam auch schon Kai-Uwe Ricke, bis dahin Chef des Tochterunternehmens T-Mobile. Mit seinem Amtsantritt im November 2002 beginnt er die Sanierung, er erntete viel Lob. Nach der Gewinnwarnung im Sommer 2006 wackelte sein Stuhl erstmals spürbar. Kurz nach den Neunmonatszahlen musste auch Ricke seinen Posten abgeben.

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Von 2002 an führte René Obermann die Telekomtochter T-Mobile. Er übernahm damals den Platz von Kai-Uwe Ricke, als dieser zur Konzernspitze vorrückte. Im November 2006, kurz vor dem zehnjährigen Geburtstag der T-Aktie, beerbte Obermann Ricke erneut - dieses Mal als Chef der Deutschen Telekom. Ende 2013 meldet Obermann überraschend seinen Rücktritt.

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Timotheus Höttges hat es geschafft: Die Telekom macht in letzter Zeit vor allem positive Schlagzeilen. "Herr Höttges, das war super", so ein Aktionärsvertreter auf der Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2014. Ein seltenes Lob für einen Telekom-Chef.  Was er bisher nicht geschafft hat: Einen geeigneten Käufer für T-Mobile US zu finden. Ob es jemals zum Verkauf kommen wird, steht in den Sternen. 

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20 Jahre nach dem Börsengang notiert die T-Aktie ungefähr auf dem Niveau des Ausgabepreises von 1996. Immerhin ist auch bei der Telekom inzwischen elf mehr als zehn. Elf T-Aktien sind heute nämlich mehr wert als zehn damals. Hätte ein Anleger 1996 10.000 Euro in T-Aktien angelegt, das waren damals 19.583 Mark, hätte er dafür 691 Aktien bekommen zuzüglich 30 Treueaktien. Die 721 Anteilsscheine wären jetzt immerhin mehr als 10.000 Euro wert (Stand Anfang November 2016). Soll alles streng mathematisch zugehen, muss man freilich die Dividenden berücksichtigen. Und da wären in den vergangenen Jahren mehr als elf Euro je Aktie ausgeschüttet worden. Macht insgesamt beeindruckende 8.068 Euro. Unterm Strich also mehr als 18.000 Euro 

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Hätte der Anleger vor 20 Jahren sein Geld in die Krisenwährung Gold investiert, wäre er besser als mit T-Aktien gefahren. Und das, obwohl bis heute der Weltuntergang ausgeblieben ist. Am 18.11.1996 lag der Preis für eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) bei 379 US-Dollar, heute dagegen bei mehr als 1.200 Dollar. Unter dem Strich wäre der Batzen Gold - um Währungsveränderungen - bereinigt, heute deutlich mehr als 30.000 Dollar wert.

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Noch mehr Geld hätte ein Anleger verdient, der in den Dax investiert hätte. Aus 10.000 wären rund 37.500 Euro geworden. Damit hätte sich einmal mehr gezeigt, dass Aktien längerfristig die höchste Rendite versprechen - die T-Aktie mal ausgenommen. 

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